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Altes Jugendklubhaus im Visier

Das ehemalige Jugendklubhaus in der Gubener Straße ist der favorisierte Standort für einen künftigen Kinder- und Jugendtreff.
Das ehemalige Jugendklubhaus in der Gubener Straße ist der favorisierte Standort für einen künftigen Kinder- und Jugendtreff. FOTO: Steffi Ludwig
Forst. Die Stadtverwaltung hat als neuen möglichen Standort für Kinder- und Jugendfreizeitangebote das ehemalige Jugendklubhaus in der Gubener Straße ins Feld geführt. Steffi Ludwig

Bei der Untersuchung von insgesamt sechs Gebäuden in der Stadt habe sich das ehemalige Jugendklubhaus als am geeignetsten herauskristallisiert, sagte Andreas Kaiser, Fachbereichsleiter Bildung und Soziales, im jüngsten Kultur- und Sozialausschuss der Stadt.

Zwar habe das Gebäude einen großen Sanierungsbedarf, für den es noch keine Kostenschätzung gebe, so Kaiser. Aber die Außenflächen seien ausreichend groß und in gutem Zustand, da sie mit Städtebaufördermitteln des Bundes, des Landes und Forster Eigenmitteln gestaltet worden waren. Eine Tischtennisplatte, ein Beachvolleyballfeld, einen Grillplatz und eine Basketballkorb-Anlage gebe es bereits. Das vermietete Tonstudio im Obergeschoss könne sicher Synergien liefern und deshalb im Haus bleiben, so Kaiser. Weitere Mieter im Gebäude - wie ein BQS-Projekt mit Asylbewerbern - hätten nur Jahresverträge, die dann geprüft werden müssten.

Die weiteren fünf untersuchten Objekte fielen wegen zu großer Nachteile heraus, habe das externe Gutachten der Berliner Gruppe Planwerk ergeben, so Andreas Kaiser. Die Villa in der Tagorestraße, die bisher als Übergangsheim diene wie derzeit für die umgebaute Kita Waldhaus, solle diesen Zweck auch behalten. Das bisherige Schülerfreizeitzentrum im Keuneschen Kirchweg müsste völlig entkernt werden, die Investition wäre größer als ein Neubau, bemerkt Andreas Kaiser. Das Kinder- und Jugenddorf hinter dem Freibad sei zu abgelegen und werde in den Sommerferien für die Hortbetreuung genutzt, was auch so bleiben solle, so Kaiser.

Die fünfte Variante, das ehemalige Kreisarchiv in der Promenade, scheide aus, weil der kleine betonierte Hof völlig ungeeignet für ein Jugendzentrum sei. Und die Musik- und Kunstschule in der Kleinen Amtstraße, auch genannt "Kreml", sei Eigentum des Landkreises, Hauptkritikpunkt sei jedoch die Lage - in nächster Nähe wohnten viele ältere Menschen, zudem sei gegenüber in der ehemaligen Goetheschule die Einrichtung eines Betreuten Wohnens geplant.

Grundsätzlich könne sie mit dem Vorschlag des Jugendklubhauses mitgehen, sagte Ausschussmitglied Doris Dreßler (Linke). Sie habe jedoch Bedenken wegen der Finanzierung, da die Stadt derzeit eine Reihe offener Bauprojekte in Millionenhöhe wie die Schwimmhalle, das Textilmuseum oder die Grundschule Keune laufen habe. Dessen sei sich die Stadt bewusst, sagte darauf Verwaltungsvorstand Sven Zuber. Es habe jedoch noch nie so viele Fördermittel auf Landes- und Bundesebene gegeben wie derzeit. Dafür müsse jedoch bis Ende des Jahres ein inhaltliches Konzept stehen. Die Frage von Jan Gebauer (CDU), ob es keine weiteren möglichen Flächen in Forst gebe, verneinte Andreas Kaiser.

Nach teils kritischer Diskussion entschieden sich die Mitglieder des Kulturausschusses mit vier Ja-Stimmen und einer Enthaltung dafür, den Bürgermeister zu beauftragen, das Konzept für das ehemalige Jugendklubhaus weiter zu entwickeln. Letzlich müssen die Stadtverordneten am 14. Juli entscheiden sowie am kommenden Mittwoch der Hauptausschuss.

Zum Thema:
Die Suche nach einem neuen Standort für einen Kinder- und Jugendtreff in Forst war notwendig geworden, da die Sanierung des Schülerfreizeitzentrums im Keuneschen Kirchweg zu teuer werden würde und dieses zu abgelegen sei. Eine Untersuchung hatte Ende 2016 festgestellt, dass auch das Kultur- und Begegnungszentrum Park 7 in der Innenstadt nicht weiterentwickelt werden sollte, da eine Sanierung teurer sei als ein Neubau. Der Forster Kinder- und Jugendbeirat hat einen zentralen Ort, an dem junge Menschen ihre Freizeit verbringen können, ganz oben auf der Agenda.