(tfs) Zum ersten Themennachmittag in diesem Jahr luden die Sozialarbeiter des Forster Pflegeheims „Am Rosengarten“ am Mittwoch ihre Bewohner ein. „Wir veranstalten diese Themennachmittage zweimal im Jahr für unsere kognitiv orientierten Bewohner“, erklärt Ilona Schörner, Leiterin des Sozialbereichs. Kognitiv orientiert sind jene Bewohner, die noch geistig frisch sind und ihre Umwelt und ihr Handeln bewusst wahrnehmen.

Diesmal stand das Thema „Rückblicke auf alte Zeiten“ auf dem Programm. Der Speisesaal wurde dazu von den Mitarbeitern des Sozialbereiches passend zum Thema geschmückt. In einer kleinen Ausstellung waren Alltagsgegenstände zu entdecken, aber auch Werbeplakate bekannter Marken und ehemaliger Forster Firmen. Auf den Tischen standen kleine selbstgebastelte Litfaßsäulen mit Forster Ansichtskartenmotiven, Produkt-Etiketten und alten Zeitungsausschnitten.

Gundolf Fiehler, der sich ehrenamtlich im Pflegeheim engagiert, zeigte in seiner Foto-Präsentation einen Streifzug durch das alte Forst. Viele der auf der Leinwand gezeigten Motive sind aus dem heutigen Stadtbild verschwunden. Um so größer das „Ah“ und „Oh“, als die Zuschauer ihnen bekannte Straßen und Plätze wieder erkannten. Einige der Besucher entdeckten sogar ihre ehemaligen Wohnhäuser auf den Fotos. Andere konnten sich noch genau an den gebräuchlichen Namen und die Inhaber der auf den Fotos gezeigten Geschäfte erinnern und berichteten von ihren damaligen Erlebnissen. So erfuhr selbst Gundolf Fiehler noch das eine oder andere Detail zu den Motiven.

Für den zweiten Teil des Nachmittags kündigte Ilona Schörner einen Überraschungsgast an. Die in Forst beheimatete Sopranistin Irina Epinger überbrachte einen Reigen bunter Operettenmelodien und Volksweisen. Schon beim ersten Titel „Wenn alle Brünnlein fließen“ bezauberte sie mit ihrer klaren Gesangsstimme die Bewohner und lud zum Mitsingen ein.

Viel Applaus bekam auch die siebenjährige Fabienne aus Groß Kölzig, deren Musiklehrerin Irina Epinger ist. Mit ihrer unbekümmerten Art eroberte das kleine Mädchen sofort die Herzen der Senioren und sorgte für Begeisterung. Beim abschließenden „Kalinka“ tanzen Irina, Fabienne, Gundolf Fiehler sowie die Sozialarbeiter durch die Tischreihen und animierten ein letztes Mal die Zuhörer zum Mitschunkeln und Mitsingen.

„Sie waren großartig und haben mir Ihre Energie gegeben!“, verabschiedete sich Irina Epinger sichtlich gerührt von den Bewohnern. Auch bei denen sah man das eine oder andere Tränchen glitzern.

„Unsere Bewohner betrachten das als große Wertschätzung, wenn sich jemand die Zeit für sie nimmt und für Unterhaltung sorgt“, sagt Ilona Schörner beim gemeinsamen Abendessen, zu der selbstgemachte Soljanka gereicht wurde.