ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 02:36 Uhr

Als Profi überall gefordert

Profiradsportlerin Romy Kasper (vorn) – hier bei einem ihrer letzten Rennen für das niederländische Team – ist auf Sponsoren angewiesen. Heute fährt sie im neongelb-orangefarbenen Trikot von Alé Cipollini Galassia.
Profiradsportlerin Romy Kasper (vorn) – hier bei einem ihrer letzten Rennen für das niederländische Team – ist auf Sponsoren angewiesen. Heute fährt sie im neongelb-orangefarbenen Trikot von Alé Cipollini Galassia. FOTO: Frank Hammerschmidt
Forst. Seit über zehn Jahren ist Romy Kasper Profisportlerin. Geld verdient hat sie in den ersten Jahren allerdings kaum. Katrin Kunipatz

Inzwischen bestreitet die 28-Jährige ihren Lebensunterhalt als Sportsoldatin. Doch der Vertrag muss jedes Jahr mit Leistung erkämpft werden.

Um international mitmischen zu können, braucht die Forsterin ein Radsportteam. Das stellt Technik und Sportkleidung zur Verfügung und übernimmt die Flugkosten zu Wettkämpfen und Trainingslagern. Vom niederländischen Team, für das Romy Kasper seit 2013 fuhr, gab es sogar einen vierrädrigen Untersatz. Ein Vorteil, den Romy Kasper nach dem Wechsel zum italienischen Team Alé Cipollini Galassia vor wenigen Wochen nicht mehr nutzen kann. "Doch es war Zeit, den Schnitt zu machen", sagt sie. "Bei den Italienern habe ich die Chance, mich sportlich weiterzuentwickeln und auf eigene Ergebnisse zu fahren." In die Bresche ist nun ein Sponsor aus der Heimat gesprungen. Das Autohaus Derno stellt ihr ein Fahrzeug zur Verfügung.

Doch Sponsoring ist kein Geschenk, sondern vom Sportler werden entsprechende Gegenleistungen erwartet. "So muss ich bei offiziellen Terminen, darauf achten, die richtige Kleidung anzuziehen", sagt Romy Kasper. Erwünscht seien Team-Klamotten oder Bundeswehrkleidung. Wer gegen diese Regeln verstößt, muss sich erklären. Für Romy Kasper ist es selbstverständlich, ihren Sponsoren Autogrammkarten und Poster mitzubringen. "Und wenn ich gebraucht werde, komme ich auch vorbei", verspricht sie Geschäftsführer Lars Derno.

Wie oft die Profiradsportlerin dafür Zeit hat, wird sich zeigen. Der Terminkalender ist dicht gepackt. "Zwischen 25 000 und 30 000 Kilometer bin ich im Jahr mit dem Auto unterwegs." Sie fährt zur Uni nach Leipzig, wo sie gerade ihr Masterstudium der Sportwissenschaft absolviert. Auf die Klausuren wird sie sich beim Trainingslager in Mallorca vorbereiten. Ihr persönlicher Rennkalender sieht 50 bis 60 Renntage in diesem Jahr vor. Wettkämpfe und Trainingslager finden überall in der Welt statt. Und mit einem Auto ist Romy Kasper schnell und unkompliziert am Flughafen. Außerdem muss die Soldatin mehrmals im Jahr bei ihrer Sportfördergruppe bei der Bundeswehr im Schwarzwald vorbeischauen.

"Bereut habe ich die Entscheidung für den Sport nie", so die Forsterin. "Radsport ist meine Liebe und ich habe seit 2006 viel erreicht und viel gesehen". Bei den Olympischen Spielen 2020 in Tokio will sie dabei sein. "Mein großer Traum ist es, mit einer Medaille zurückzukommen." Nach Profisport und Studium will die 28-Jährige einen Beruf im Bereich des Rehasports ergreifen. Und dann will sie auch Zeit für eine eigene Familie haben.

Lars Derno (rechts) unterstützt Romy Kasper. Sie wird dafür dem Autohaus zur Verfügung stehen, wenn es ihr Terminplan zulässt.
Lars Derno (rechts) unterstützt Romy Kasper. Sie wird dafür dem Autohaus zur Verfügung stehen, wenn es ihr Terminplan zulässt. FOTO: kkz