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Allein mit Euch – heute geht es auf Tour

Alexander Knappe ist im April und Mai auf seiner "Allein mit euch"-Tour unterwegs.
Alexander Knappe ist im April und Mai auf seiner "Allein mit euch"-Tour unterwegs. FOTO: Bernd Brundert
Die vielen Menschen zu sehen, die seine Songs mitsingen, ist für ihn eine Belohnung, sagt der Sänger, der aus Guben stammt. Aber er liebt auch die Herausforderung. Warum die Konzertreihe, die heute startet, ihn gleichzeitig besonders fordert, verrät Alexander Knappe im Gespräch.

Gerade beginnt Ihre "Allein mit Euch"-Tour.. Wie laufen denn die Vorbereitungen dafür?
Genau. Am Freitag geht es los nach Duisburg zum Tourstart. Wir haben jetzt schon viermal mit der kompletten Besetzung geprobt. Diesmal machen wir ja eine kleine Acoustic-Tour. Wir haben entschieden, wir spielen mit Piano, Gitarre und einer Geige, quasi ein Dreimannorchester. Das heißt, es fehlen schon mal das Schlagzeug und der Bass. Wir müssen also gucken, dass wir trotzdem Groove reinkriegen. Beim Acoustic-Spielen geht man mehr über die Geschichten in den Songs und ich muss noch mehr Performance abliefern als sonst. Deswegen ist da bei uns momentan auch noch so etwas Anspannung, aber ich freu mich jetzt auch, dass es endlich losgeht. Wie lange haben Sie die Tour schon vorbereitet?
Ich hatte die Idee dazu im letzten Jahr. Wir sind zwar gerade mitten im Songwriting für das neue Album, aber ich wollte einfach auch dieses Jahr noch ein bisschen unterwegs sein. Der Gedanke dahinter war eigentlich: Wir machen noch mal eine kleine Acoustik-Tour und spielen dabei in den Städten, in denen wir noch nie gespielt haben. Dann haben wir aber mitbekommen, dass auch die Leute in Städten, in denen wir schon waren, wie Hamburg und Berlin, auch unbedingt wollen, dass wir noch mal kommen. Und das machen wir jetzt auch. Viele haben mich schon gefragt, wieso ich nach Forst und nicht nach Cottbus komme. Aber wir wollten eben auch mal woanders spielen und ich finde die Location, den Forster Hof, auch einfach überragend. Aber am 5. und 6. September spiele ich ja wieder mit dem Philharmonischen Orchester in Cottbus.Sie sind ziemlich viel auf Reisen. Die Tour zum zweiten Album hat schließlich erst Mitte Dezember geendet. Sind Sie so gern unterwegs, dass Sie schon wieder losziehen wollten?
Ja, ich bin gern unterwegs. Die Tour ist ja quasi die Belohnung für alles, was man gemacht hat. Es kann einem nichts Besseres passieren, als dass man auf der Bühne steht und die Leute im Publikum dann vor einem stehen und die eigenen Texte singen. Natürlich ist es auch sehr anstrengend, wenn du jeden Tag unterwegs bist. Wir fahren teilweise 500 bis 600 Kilometer pro Tag. Bei jeder Tour zieht es Sie auch immer wieder zurück in die Lausitz. Gibt es etwas Besonderes daran, in der Heimat zu spielen?
Eigentlich hatte ich auch vor, die Acoustic-Tour auch noch in Guben zu spielen, dafür haben wir aber keine Location gefunden. In Guben spielen wir deswegen in diesem Jahr ein kleines Open-Air-Konzert mit kompletter Band. Weil ich dort geboren bin, wollte ich dort seit Langem mal spielen. Und na klar, Brandenburg, besonders Cottbus ist meine Heimat. Ich habe dort viele Fans und es ist natürlich auch ein gutes Gefühl, zu wissen, dass man da viele Leute im Rücken hat, die das mögen, was man macht. Dass Sie seit Ihrem Debütalbum im Jahr 2012 viel unterwegs sind, haben wir schon festgestellt. Was hat sich für Sie noch geändert? Haben Sie sich verändert?
Es ist total viel passiert. Vom ersten Mal einen eigenen Song hören, das erste Mal im Tonstudio über den ersten Plattenvertrag, das erste Mal im Fernsehen sein. All diese Dinge habe ich ja erlebt. Es sind viele Dinge passiert und man muss sich immer wieder neu motivieren. Und ich bin ja auch Sportler gewesen und bin es noch, das heißt, ich setz mir auch immer neue und hohe Ziele, die noch zu erreichen sind, und deswegen sind wir jetzt auch schon am dritten Album dran. Natürlich verändert man sich durch diese Erfahrungen auch. Das hört man auch in den Songs. Man verliert manchmal vielleicht so ein bisschen die Leichtigkeit. Die versuche ich gerade wiederzufinden.

Denn dieser Moment des ersten Mals, diese Naivität, wenn man zum ersten Mal einen Song schreibt, ist nach einer Weile eben weg. Die letzten anderthalb Jahre musste ich da ein bisschen kämpfen und mir selbst auch mal sagen: Komm mal ein bisschen runter. Es ist viel passiert, aber vergiss niemals, wo du herkommst. Man steht ja viel in der Öffentlichkeit, ist im Fernsehen zu sehen und dann ist es immer wieder gut, auch mal nach Hause zu kommen.

Wann haben Sie das Gefühl, es wird Zeit, mal wieder nach Hause zu kommen?
Manchmal ist es eben so, man feiert Erfolge, aber das reicht dann nicht mehr. Man will dann noch mehr. Dann ist man vielleicht, obwohl etwas richtig gut gelaufen ist, trotzdem etwas enttäuscht, weil andere Sachen nicht so gut funktionieren, und dann muss man sich immer wieder bewusst machen, wie klein das alles eigentlich mal angefangen hat. Wo fühlen Sie sich denn im Moment am meisten zu Hause?
Ich wohne ja inzwischen schon seit 15 Jahren in Berlin. Das heißt, die eine Hälfte meines Lebens habe ich in Cottbus verbracht und in Guben, die andere Hälfte jetzt in Berlin. Ich sage immer, mein Herz ist in Cottbus, mein Kopf in Berlin. Brandenburg ist immer noch meine Heimat und wird auch immer meine Heimat bleiben. Das hört man ja auch in meinen Songs.

Wie kommen Sie denn auf die Texte zu Ihren Songs?
Ich fahre gerne durch die Stadt und lasse mich dabei treiben. Manchmal ist es so, dass man wochenlang keine Idee hat und dann hat man von heute auf morgen so vier oder fünf Ideen. Bei mir ist es meistens so, dass ich immer erst ein Thema habe. Also eine Textzeile zum Beispiel und darum herum entsteht dann die Musik. Manche Songs entstehen in nur fünf Minuten, es gibt aber auch solche Songs, die brauchen dann zwei Jahre. Es läuft jedes Mal anders. Ich hatte jetzt zum ersten Mal zwischendurch auch das Gefühl, dass ich keine Ideen mehr habe. In den letzten vier Jahren habe ich viel Musik geschrieben. Da hat man auch mal das Gefühl, man hat schon über alles geschrieben. Dann muss man auch mal zwischendurch zwei oder drei Monate gar nichts machen, um sich neu zu motivieren. Gras wächst schließlich nicht schneller, wenn man daran zieht. Jeder Akku ist mal leer und dann muss man ihn auch mal wieder aufladen. Das ist etwas, das musste ich lernen und das gehört auch zu den Dingen, die mich verändert haben. Wie weit sind denn die Arbeiten am dritten Album schon vorangeschritten?
Das ist das erste Mal, dass ich auch viel unterwegs bin, um mit Songwritern zusammenzuarbeiten. Das habe ich vorher noch nie gemacht. Ich habe meine Songs vorher alle mit meinem Produzenten geschrieben. Da haben wir jetzt auch schon etwa 20 Demos und jetzt treffen wir uns bald mit der Plattenfirma. Da werden wir dann sehen, was davon für gut befunden wird.

Gibt es schon einen Zeitplan für das neue Album?
Der Plan ist momentan, dass wir Anfang oder Mitte des nächsten Jahres mit dem nächsten Album rauskommen.

Können Sie uns schon verraten, in welche Richtung es musikalisch geht?
Es wird auf jeden Fall wieder der typische Alexander-Knappe-Sound. Aber dazu kann ich noch nicht so viel sagen. Jetzt freue ich mich erstmal auf die Tour.

Mit Alexander Knappe

sprach Linda Haazipolo.

Zum Thema:
Alexander Knappe kommt am 24. April in den Forster Hof und spielt am 30. April auf dem Gubener Lok-Platz. Tickets für Forst gibt es unter Telefon 0180 5004222. Karten für Guben sind u.a. in der Touristinformation oder in der Sportlerklause am Lok-Platz erhältlich.