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| 18:30 Uhr

Bürgermeisterwahl
Kein Wahlkämpfer

Die große Leere in der Stadtmitte ist ein Punkt, über den Bürgermeisterkandidat Aimo Bartel bereits Gedanken gemacht hat.
Die große Leere in der Stadtmitte ist ein Punkt, über den Bürgermeisterkandidat Aimo Bartel bereits Gedanken gemacht hat. FOTO: Katrin Kunipatz / LR
Forst. Aimo Bartel will als Unabhängiger Bürgermeister werden. Einfach nur machen lautet seine Devise. Von Katrin Kunipatz

„Man muss es nur machen“, ist ein Satz, den Aimo Bartel immer wieder sagt. Der 54-Jährige will Bürgermeister der Stadt Forst werden. Gedanken über eine Kadidatur mache er sich schon „seit das Theater um Philipp Wesemann angefangen hat“. Und die Kandidatur Norman Nowkas gab für ihn schließlich den Ausschlag, selbst anzutreten.

Aimo Bartel lebt seit fast sechs Jahren in Forst. 2012 zog er aus beruflichen Gründen von Königsbrück nahe Dresden in die Lausitz. „Aber mittlerweile bezeichne ich mich als Forster mir Herzblut“, sagt er. In den Jahren, die Aimo Bartel bisher in der Stadt lebt, habe er vor allem Misstrauen, Lethargie und Identitätslosigkeit kennengelernt. Beispielhaft verweist er auf den neu gestalteten Lindenplatz, das „leidige Thema“ Grüne Mitte, den Stillstand im Gewerbegebiet sowie die aus Perspektivlosigkeit resultierende Kriminalität und Zerstörung.

Sollte er zum Bürgermeister gewählt werden, sähe er sich in dieser Position „als Lenker, Mediator, Organisator und Sprecher der Bürgerschaft zwischen Stadtverordneten und Stadtverwaltung sowie den Behörden des Kreises und des Landes“.

Großen Wert legt Aimo Bartel auf seine politische Unabhängigkeit. Diese Neutralität sieht er als Vorteil, um gemeinsam mit allen Lösungen für die Stadt Forst zu erarbeiten. Eines seiner Anliegen ist es, den Ablauf von Entscheidungsfindungen öffentlich zu machen und so den Bürgern mehr Einblicke zu gewähren.

Bekannt ist Aimo Bartel in Forst vor allem durch das Mittelalterfest Johannes Gaudium. Es findet in diesem Jahr zum fünften Mal statt. Hier verkörpert Aimo Bartel die historische Figur Johann von Bieberstein. Ein anderes seiner Hobbys ist die Musik. „Genau wie Schwimmen oder Radfahren ist es für mich eine Möglichkeit den Kopf freizubekommen“, erklärt er.

Viel mehr Privates – mit Ausnahme seines beruflichen Werdegang – will Aimo Bartel nicht preisgeben. „Es hat in der Öffentlichkeit nichts zu tun“, begründet der Produktionsmanager für Kunststofftechnik. Seit vielen Jahren ist er in diesem Bereich tätig und europaweit für verschiedene Firmen unterwegs gewesen. Branchenübergreifend habe er so ein großes Netzwerk aufgebaut. Aufgrund seiner Zeit als Eventmanager und Betreiber eines Gasthofs, Hobbymusiker und Mittelalterbegeisterter reichen seine Verbindungen auch in den kulturellen Bereich hinein. Nach seiner Einschätzung bestünden über diesen Weg Möglichkeiten, Firmen für Forst zu gewinnen. Eine andere Idee wäre es, so Bartel, Studenten der Brandenburg Technischen Universität in Cottbus günstige Wohnmöglichkeiten im nahen Forst zu bieten.

Ein weiterer Aspekt, den der Wahlforster für sich als Handlungsschwerpunkt erkannt hat, ist die Stadtmitte. „Wir sind marktlos, aber die Forster Innenstadt braucht einen Ort der Identifikation“, sagt Aimo Bartel. Dies sollte ein echter Marktplatz sein, mit irgendeiner Art von Umbauung. „Dafür muss man einen Investor gewinnen, der sich beteiligt“, so Bartel. Und diese Stadtmitte müsste so gestaltet sein, dass wiederum über Gewerbesteuern oder Mieten Geld akquiriert wird.

Alle diese Ideen und Gedanken hat Aimo Bartel in den zurückliegenden Tagen notiert. Wahlversprechen wolle er nicht machen. „Dies sind nur Phrasen, die keiner halten kann“, sagt er. Selbst auf Plakate und einen Wahlkampf werde er verzichten. Eventuell könne er sich vorstellen, öffentlich in einer Gesprächsrunde zu verschiedenen Fragen Stellung zu nehmen. „Nicht reden, sondern machen ist das Gebot der Stunde“, so Aimo Bartel.