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Ärger um Radweg in der Heide

Kritikpunkt: Diese als Radweg ausgewiesene Strecke ist entweder sandig oder mit riesigen Pfützen übersät.
Kritikpunkt: Diese als Radweg ausgewiesene Strecke ist entweder sandig oder mit riesigen Pfützen übersät. FOTO: Hubertus Rößler/MOZ
Henzendorf. Jedes Mal, wenn Gert Richter mit dem Fahrrad durch die Henzendorfer Heide fährt, muss er sich ärgern. Nicht etwa über die besondere Landschaft oder die drolligen Ziegen – vielmehr ist ihm der Zustand der Radwege ein Dorn im Auge. Hubertus Rößler / MOZ

"An vielen Stellen sind die Wege versandet beziehungsweise an Regentagen mit riesigen Pfützen übersät. Das ärgert nicht nur mich, sondern auch zahlreiche andere Erholungssuchende", sagt der 68-Jährige, der als Radwanderführer in Guben Touristen und Einheimischen die Schönheiten der Region näherbringen möchte. "Besonders Frauen müssen absteigen und schimpfen, wenn sie auf Sandwegen ausgebremst werden. Dabei reden wir hier von ausgewiesenen touristischen Radwegen."

Dass es auch anders gehen kann, zeigt sich in der Hälfte der Reicherskreuzer Heide, die zum Landkreis Spree-Neiße gehört. Die Straße zwischen Pinnow und Reicherskreuz besteht zur einen Hälfte aus Asphalt. Der zweite Abschnitt, der durch das Kerngebiet der Heide führt und bei dem es sich um ein Naturschutzgebiet handelt, ist aus Verbundpflaster. "Der Weg wurde vor mehreren Jahren über etwa drei bis vier Kilometer gebaut und kann mit Kraftfahrzeugen und Fahrrädern gleichermaßen gut befahren werden. In der Mitte der beiden Spuren wurden Versickerungspflastersteine eingearbeitet. So etwas würde ich mir auch für die restlichen Haupt-Radwege in der Region wünschen", meint Richter.

Etwa sechs Touren bietet der ehemalige Ingenieur im Jahr an, dabei geht es auch zum Findlingspark Henzendorf. "Die Strecke dahin wird Meter um Meter schlechter. Dabei müssten die verantwortlichen Stellen doch daran interessiert sein, die Touristen bei Laune zu halten. Wir sind mitten in der Hochsaison, Mitte August blüht die Heide. Da wäre es doch schön, wenn man etwas bessere Bedingungen für Radfahrer schaffen könnte. Schließlich ist der Rad-Tourismus ein wichtiges Standbein in der Region, da sollte man auch etwas investieren."

Beim zuständigen Amt Neuzelle kann man die Kritik durchaus nachvollziehen. "Uns ist die Problematik bekannt. Wir können den Anregungen nur beipflichten", erklärt Amtsdirektor Hans-Georg Köhler, der aber gleichzeitig einschränkt: "Auch wenn Handlungsbedarf besteht, kann ich leider wenig Hoffnung machen. Letztlich entschiedet ohnehin die Neuzeller Gemeindevertretung über ihre Prioritäten", sagt der Amtsdirektor.

In den langfristigen Planungen sei die Sanierung der Wege durchaus dabei. "Allerdings erstreckt sich das Amt Neuzelle auf 182 Quadratkilometer, da muss man natürlich abwägen. Wir haben uns für dieses Vorhaben auch schon um Fördermittel bemüht, was sich aber als sehr schwierig gestaltet", berichtet Köhler. Vor mehreren Jahren habe man bereits Instandsetzungsmaßnahmen durchgeführt. Bis zum Findlingspark sei damals der Weg mit Fräsgut ausgelegt worden.