Im Oktober ist der Einzelgänger das erste Mal in Großkrausnik auf einer Pferdekoppel gesichtet worden. Hier näherte er sich immer mehr den Gärten und Höfen - und wurde sogar dabei beobachtet, wie er neugierig durch ein Fenster blickt. Tage später wurde der Weißstorch in Brenitz entdeckt, wo er sich auf dem dortigen Horst in der gestutzten Linde auf der Dorfaue niederlässt. “Von hier aus ist er zur Futtersuche immer in Klaunigs Garten geflogen, wo ihn allerdings der Hund vertrieb„, hat Elfriede Opitz beobachtet - die 73-Jährige kümmert sich seit Jahren um den Storchenhorst vor ihrem Grundstück. Erst vor drei Wochen ist der Storch erneut umgezogen. Seitdem fühlt er sich unter den Enten von Peter Ittner ausgesprochen wohl. “Er holt sich das Futter aus den Näpfen, bekommt Fische und ab und zu auch Mäuse - die sind wichtig für seine Verdauung, wegen des Gewölles„, hat sich Peter Ittner informiert. Auch die Bibberkälte von minus 20 Grad haben dem Storch nichts anhaben können. “Wichtig ist, dass er täglich mehrmals warmes Wasser bekommt„, kümmert sich der Brenitzer um das Tier, das täglich auch seine Runden übers Dorf zieht. Dabei achtet Peter Ittner immer auf eine gewisse Distanz - der Storch soll sich möglichst nicht an Menschen gewöhnen. Winterstörche sind sehr selten in Brandenburg und auch in unserer Region. “Oft handelt es sich um Jungtiere, für die das Brutpaar nicht ausreichend Futter fand und denen die Kraft für den Flug nach Süden fehlt„, erklärt Adolf Weber, der Storchenbeauftragte des Naturschutzbundes für den Finsterwalder Altkreis. Er dankt der Familie Ittner dafür, dass sie sich so um den einsamen Storch kümmert - “denn ohne Fütterung würde er jetzt eingehen, allein findet er jetzt keine Nahrung„. Dabei sei auch wichtig, so Weber, dass Menschen nicht so dicht an das Tier herangehen und der Storch nicht zahm werde. Bereits 1998 ist in Kleinbahren ein sogenannter Winterstorch gefunden worden. Jugendliche hatten das geschwächte Tier, das völlig ausgehungert war, aufgepäppelt und dann in den Finsterwalder Tierpark gebracht.

Sollte der Brenitzer Storch nicht mehr fressen oder anfangen zu kränkeln, wird er eingefangen und kommt in die Auffangstation, hat Adolf Weber mit Ittners vereinbart.