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| 14:56 Uhr

Neue Skulptur
Grenzrose am Rathaus enthüllt

Brodys Bürgermeister Ryszard Kowalczuk, Stadtverordnetenvorsteher und Rosenpate Dietmar Tischer und Forsts stellvertretender Bürgermeister Jens Handreck (v.l.) enthüllen die Grenzrose.
Brodys Bürgermeister Ryszard Kowalczuk, Stadtverordnetenvorsteher und Rosenpate Dietmar Tischer und Forsts stellvertretender Bürgermeister Jens Handreck (v.l.) enthüllen die Grenzrose. FOTO: Steffi Ludwig / LR
Forst. Nun stehen bereits acht Blumenskulpturen in Forst, Brody und Lubsko für den Frieden. Von Steffi Ludwig

Ein Herzblatt steht seit Montagvormittag vor dem neuen Forster Rathaus – denn so heißt die achte Grenzrose aus Stahl, die bei eisiger Kälte in Erinnerung an die Zerstörung von Forst vor 73 Jahren enthüllt wurde. Genau wie die sieben Grenzrosen vor ihr (siehe Kasten) war sie vom Essener Künstler Thomas Rother, der in Frankfurt (Oder) geboren ist, kreiert worden. Sie sollen ein Zeichen für ein friedliches Europa sein, aufgestellt entlang des Grenzflusses Neiße. Das Festkomitee zur 750-Jahr-Feier in Forst hatte 2014 die Motive der Rosen ausgewählt.

Kinder des katholischen Kinderhauses „Arche“ sangen deutsche und polnische Lieder, bevor sie das Band an der großen Europafahne lösten und die Grenzrose enthüllt werden konnte. Es sei ein wichtiges Zeichen für die kleinen Menschen, dass sie die deutsch-polnische Zusammenarbeit aufblühen sehen wie Rosen, sagte der Bürgermeister der polnischen Partnerstadt Brody, Ryszard Kowalczuk. Er erinnerte an den Tag vor zwei Jahren, als das Projekt Grenzenlos zwischen Forst, Lubsko, Brody und Zary beschlossen wurde. Mit einem Fördervolumen von knapp vier Millionen Euro aus dem Interreg-Fördertopf werde die Infrastruktur unterstützt. So werde in Forst die Gubener Straße saniert und weitere Straßen in Lubsko und Zary. Brody habe durch das Projekt inzwischen ein völlig neues Gesicht bekommen.

Stadtverordnetenvorsteher Dietmar Tischer (CDU) ist Pate der Rose vor dem neuen Rathaus. Er erinnerte an die Zerstörung von Forst am 25. Februar 1945. Auch seine Mutter und deren Eltern hätten ihr Haus verlassen müssen, das Nachbarhaus war bis auf die Grundmauern abgebrannt. „Krieg ist keine Lösung“, sagte er.

In Zukunft soll nach Auskunft des stellvertretenden Bürgermeisters Jens Handreck in Forst eine neunte Grenzrose aufgestellt werden – weil neun Länder an Deutschland grenzen. Einen Standort gebe es noch nicht. Eine kleine Grenzrose, die jedoch nicht mitgezählt wird, war im März 2017 vor dem Sitzungssaal im neuen Rathaus aufgestellt worden. Hergestellt in einem Stahlwerk, werden sie von der Forster Metallbaufirma Mebra aufgeschweißt und mit Sandstrahlen bearbeitet.

Auch in Guben, Gubin und auf der Neiße-Insel möchte die gemeinsame deutsch-polnische Kommission am 11. November je eine Grenzrose aufstellen. Dafür werden momentan Spender gesucht. In Forst werde die Finanzierung durch die Paten, die Stadt und Förderprogramme sichergestellt, erläutert Verwaltungsvorstand Sven Zuber.