"Stolz wie Bolle" war Andreas Schober, zuständiger Fachbereichsleiter im Landratsamt, am Dienstagmorgen. Nach jahrelangem Hin und Her konnte er endlich das lang ersehnte Kreisarchiv eröffnen. Und das kann sich sehen lassen. Vollkommen fertig ist es zwar noch nicht - ein paar Unterlagen müssen noch von der Richard-Wagner-Straße in ihr neues Domizil gebracht werden. Ende Mai sei dann alles in der Elsässer Straße, sagt Archivleiterin Sylvia Barthel. Alles - das bedeutet rund acht Kilometer Aktenmaterial aus den Altkreisen Forst, Spremberg, Guben und Cottbus-Land. Das entspricht laut Schober einem Gewicht von rund 400 Tonnen. Ein bisschen Raum wird danach im neuen Archiv noch sein - zehn Kilometer Akten passen rein, sagt Schober. Und Platz fürs Forster Stadtarchiv wäre auch. "Ich denke, wir werden da eine Lösung finden", sagte Landrat Harald Altekrüger (CDU). Schober zeigt schon jetzt einen eigens abgetrennten Bereich, in dem die Forster Unterlagen Platz finden könnten. Im Sommer soll dazu eine Entscheidung fallen.

Am Dienstag aber ging es erst einmal darum, die Schatzkammer für Ortschronisten gebührend einzuweihen. Anfragen aus Übersee habe es schon gegeben, sagte Altekrüger. Weitere Stöber-Termine wurden am Dienstagmorgen abgesprochen.

Dass die Eröffnung auf ein "historisches Datum" fällt, wollte Altekrüger nicht unerwähnt lassen. Am 19. April 1999 wurde das Berliner Reichstagsgebäude zum neuen Sitz des Bundestages. Da passe der neue Ort für die Geschichte des Spree-Neiße-Kreises doch prima, so der Landrat.

Prima sind auch die Lagerbedingungen in der ehemaligen Fabrikhalle: keine Fenster, Dämmung und moderne Technik, damit die Historie des Kreises nicht im Sonnenlicht verblasst oder der Feuchtigkeit zum Opfer fällt.