Damit folgt die Verwaltung einem Auftrag der Gemeindevertretung Wiesengrund. Zwar hatten die Gemeindevertreter beschlossen, dass in Gahry das Abwasser dezentral entsorgt wird, somit jeder Einwohner selbst dafür zuständig ist. „Aber wir müssen auch überlegen, was mit dem Klärwerk in Jethe wird“ , so der Bürgermeister von Wiesengrund, Egbert S. Piosik. Das Jether Klärwerk war so groß gebaut worden, dass es Abwasser aus dem Hotel Jethe hätte aufnehmen können. Das Hotel ist allerdings schon seit langem geschlossen.
Die fehlenden Abwassermengen sind für die Jether nicht nur ein Kostenproblem, sondern führen auch zur Gefährdung des Betriebes, weil der Biologie die „Nahrung“ fehlt.
Gahry liegt im Trinkwasserschutzgebiet. Es soll jetzt geprüft werden, ob das dortige Wasserwerk noch gebraucht wird oder aber der Ort aus dem Schutzgebiet ausgeschlossen werden kann. Das ändere aber nach Piosiks Ansicht nichts daran, dass über die Abwasserentsorgung noch einmal nachgedacht werden sollte. Entfiele der Status eines Trinkwasserschutzgebietes, könnten Einwohner statt der bisher vorgeschriebenen abflusslosen Sammelgruben auf biologische Kleinkläranlagen umrüsten.
Das sei allerdings nicht bei allen Grundstücken möglich, hat die Amtsverwaltung nach Untersuchungen herausgefunden. So existiere im Ort kein ständig wasserführendes Grabensystem, was problematisch bei der Ableitung des geklärten Wassers sei. Wegen des lehmigen Bodens sei eine Untergrundverrieselung fast unmöglich.
Die Amtsverwaltung muss bei ihren Untersuchungen nicht neu anfangen. Seit 2001 existiere ein Projekt für eine zentrale Lösung. Bislang habe man sich an den Beschluss der Gemeindevertretung zur dezentralen Entsorgung gehalten.
Bürgermeister Piosik meint, die Alternative einer Entsorgung von Abwasser nach Jethe müsse in den nächsten Wochen noch einmal diskutiert werden. Allerdings müssten dafür genaue Angaben zu den Kosten auf den Tisch. Unter Zeitdruck stehen die Gahryer generell nicht, da die dezentrale Entsorgung beschlossen sei und jedes Grundstück ohnehin seine eigene Abwasserlösung haben müsste. Sollte am Ende der Diskussion eine Entscheidung für den Bau eines Kanals nach Jethe stehen, würde es für alle vorhandenen Anlagen eine Bestandsschutzregelung geben.

Hintergrund Problemanlage Jethe
 Die Werte in der Kläranlage in Jethe sind nach Angaben von Jürgen Hartz von der Unteren Wasserbehörde beim Landkreis Spree-Neiße bereits seit Jahren nicht stabil. Die Ursachen konnten bisher nicht geklärt werden. Neben unzureichender Abwassereinleitungen könnten möglicherweise nicht zertifizierte Teile der Anlage ein Grund für die Probleme sein, so Hartz. Mittlerweile sei von der Gemeinde ein neuer DIN-gerechter Wartungsvertrag abgeschlossen worden, so dass man auf eine Lösung hoffe.