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Abfallwirtschaft
Abfallwirtschaft Spree-Neiße soll zu einheitlichem Gebilde verschmelzen

Das kreiseigene Entsorgungsunternehmen AGNS wird weiter die Abfälle aus dem Gesundheitswesen transportieren.
Das kreiseigene Entsorgungsunternehmen AGNS wird weiter die Abfälle aus dem Gesundheitswesen transportieren. FOTO: Ludwig
Forst. Der Eigenbetrieb soll die Abfallgesellschaft AGNS in sich aufnehmen, um Kosten zu sparen und bürgernäher zu werden. Nun muss der Kreistag entscheiden.

Wenn ein Spree-Neiße-Einwohner einen Container bestellen oder nachfragen wollte, wann sein Sperrmüll abgeholt wird, war bisher nicht genau klar: Wendet er sich eher an den Eigenbetrieb Abfallwirtschaft Spree-Neiße (ASPN) oder an die kreiseigene Abfallgesellschaft Neiße-Spree (AGNS)? Künftig soll es nur noch einen Ansprechpartner haben.

Beide Unternehmungen  sollen zum 1. Januar 2019 fusionieren. Wie Olaf Lalk, Dezernent im Landratsamt und Geschäftsführer der AGNS, am Donnerstag sagte, solle der Eigenbetrieb die AGNS aufnehmen. Ziel seien eine Verbesserung der Entsorgungsleistung und größere Bürgernähe, aber auch eine Kostenersparnis. Und im günstigsten Fall eine Entlastung der Bürger bei den Gebühren, bei denen Spree-Neiße aber bisher schon sehr moderat sei und einen guten Platz in Brandenburg einnehme, so Lalk.

Es handele sich jedoch nicht um eine „Notverschmelzung“, so Lalk. „Beide Unternehmungen stehen positiv und gesund da.“ Landrat Harald Altekrüger (CDU) habe einen Auftrag erteilt zu prüfen, ob es möglich ist, das, was bisher gut laufe, noch stärker zu machen. „Denn wir wissen auch, dass wir in einem Wettbewerb stehen“, so Altekrüger. Eine erste Prüfung habe ergeben, dass eine Stärkung möglich sei, sagte Lalk. Nun müsse der Kreistag am 13. Dezember zustimmen, diese Fusion weiter vorzubereiten. Wenn die Vorbereitungen abgeschlossen sind, müsse der Kreistag dann die Unterzeichnung der Fusionsunterlagen legitimieren.

Bisherige Schätzungen hätten ergeben, dass eine Fusion ein jährliches Einsparpotenzial von 50 000 Euro bringen würde, rechnet Olaf Lalk vor. Bei der Abschaffung von Doppelstrukturen beispielsweise bei Rechtsberatung oder Software könnten 40 000 Euro gespart werden, bei der Einsparung der Mehrwertsteuer für die Personalkosten 235 000 Euro. Demgegenüber stünden jedoch 225 000 Euro an Mehrkosten, die sich unter anderem aus Bewirtschaftungskosten ergeben, so Lalk.

Der finanzielle Vorteil sei jedoch positiv, zudem würden alle Mitarbeiter übernommen. Die 42 Mitarbeiter der AGNS würden zu den bisherigen 20 Mitarbeitern des Eigenbetriebes stoßen und dort auch in den Tarif des öffentlichen Dienstes übernommen. Gerade angesichts der Einführung der Biotonne zum 1. Januar 2019 in Spree-Neiße würden jedoch noch weitere Mitarbeiter gebraucht, sagte Olaf Lalk.

Die beiden Standorte – der Eigenbetrieb ist seit Kurzem im Stadthaus in der Frankfurter Straße in Forst untergebracht, die AGNS an der Deponie in Forst – sollen bestehen bleiben. Der Eigenbetrieb kümmert sich momentan vorrangig um die Gebührenabrechnung, um den Bürgerkontakt und die Sanierung der Deponien. Die AGNS sammelt nahezu alle Abfälle und Wertstoffe im Landkreis ein.