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Abfallgebühren bleiben heißes Thema

Kleingärtner in Spree-Neiße sollen künftig Abfallgebühren zahlen. Viele sähen das ein, rund 20 Prozent der Gärtner aber wehren sich.
Kleingärtner in Spree-Neiße sollen künftig Abfallgebühren zahlen. Viele sähen das ein, rund 20 Prozent der Gärtner aber wehren sich. FOTO: dpa
Spree-Neiße. Es ist keine hohe Summe, die der Kleingärtner künftig in Spree-Neiße für den Hausmüll zahlen werden muss. Dennoch: Ein Fünftel der Parzellen-Bewirtschafter im Kreis wehrt sich gegen die neue Müllgebühr. Der Kreis will klären. Daniel Schauff

Schon wieder Zähneknirschen - Uwe Kohn, Bezirksverbandschef der Gartenfreunde Forst und Umgebung, beschreibt die Stimmung unter den Kleingärtnern in der Rosenstadt als "gemischt". Grund ist die im kommenden Jahr anstehende Müllgebühr, die erstmals auch für Kleingartenparzellen erhoben werden wird. 7,44 Euro werden es pro Jahr sein, rechnete Olaf Lalk (CDU), zuständiger Beigeordneter des Landkreises in der jüngsten Kreistagssitzung vor. Hinzu kommen die Grundgebühren, erklärt Kohn, sodass der Kleingärtner künftig pro Parzelle nach seiner Rechnung rund zehn bis elf Euro im Jahr zahlen werden muss. Das halte sich noch im Rahmen, schätzt Kohn ein.

Dennoch - wenn es die Möglichkeit gäbe, würden auch die Forster Kleingärtner lieber nicht zahlen. Ein Widerspruch aber, sagt der Vereinschef, sei sinnlos. Der Landkreis sitze am längeren Hebel, also würde man zähneknirschend zustimmen. "Die Begeisterung hält sich aber in Grenzen", sagt Kohn.

Das spürt auch der Landkreis. Olaf Lalk stellte am Mittwochnachmittag die aktuellen Zahlen zu den Rückmeldungen aus den Kleingärten im gesamten Landkreis vor. Demnach hätten rund die Hälfte der Kleingartenanlagen die erforderlichen Unterlagen, mit denen die Müllentsorgung geplant werden soll, bereits an den zuständigen Fachbereich im Landratsamt zurückgesandt. Bei etwa einem Drittel der Kleingärtner gäbe es noch Klärungsbedarf. Knapp 20 Prozent der Kleingärtner weigerten sich gegen die Erhebung der Abfallgebühr. Lalk machte deutlich, dass auch weiterhin nach Lösungsansätzen gesucht würde, auch mit denjenigen Kleingärtnern, die sich aktuell strikt gegen die anfallende Gebühr wehren.

Den Vorschlag, die Gebühr für den Hausmüll im Kleingarten mit der für den Abfall aus der Hauptwohnung zu verrechnen, bezeichnete Lalk als undurchführbar.

Eine Sprembergerin hatte diese Idee an den Landkreis getragen. Das Problem hierbei, erläuterte Lalk, sei jedoch, dass viele Kleingärtner in Spree-Neiße ihre Hauptwohnung nicht im Landkreis hätten. Eine Verrechnung mit Gebühren, die ein anderes Abfallunternehmen erhebt, sei im Sinne der Gebührengerechtigkeit nicht möglich. Der Beigeordnete betonte, dass der Landkreis mit der Erhebung eine landesgesetzliche Verordnung umsetze, nach der Abfall dort entsorgt werden müsse, wo er anfällt.

Genau dort jedoch findet sich nach Ansicht der Gebührengegner der Haken - sie argumentieren, dass im Kleingarten so gut wie kein Müll anfalle, der nicht auf dem Komposthaufen lande.

Dass die Gebühr im kommenden Jahr fällig wird, steht so gut wie außer Zweifel - trotz des hörbaren Protestes aus den Kleingarten sparten. Bezirksverbandschef Uwe Kohn rechnet damit, dass sich dadurch die Zahlen der aktiven Kleingärtner nicht unbedingt zum Positiven entwickeln werden. "Wir haben sowieso zu kämpfen", sagt er. Durch die Gebühr würden einige Kleingärtner im Forster Raum wegbrechen. Derzeit zahlten 1700 Kleingärtner einen Mitgliedsbeitrag.