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| 02:35 Uhr

Ab Februar ruft Sirene zum Einsatz

Die Sirene auf dem Turm des Feuerwehrgerätehauses Forst-Mitte in der Hochstraße wird wieder aktiviert.
Die Sirene auf dem Turm des Feuerwehrgerätehauses Forst-Mitte in der Hochstraße wird wieder aktiviert. FOTO: moe
Forst. Ab 1. Februar wird die Feuerwehrsirene auf dem Turm des Feuerwehrgerätehauses in der Hochstraße die Kameraden der Forster Innenstadt-Wehr wieder alarmieren. Zusätzlich zum Digitalfunk. Und nur bei Großeinsätzen wie am vergangenen Sonntag bei einem Brand in einem viergeschossigen Wohnhaus in Forst. Beate Möschl

Sonntagabend 19.51 Uhr. Die Leitstelle Lausitz meldet "Brand, Gebäude, groß" in der Forster Bahnhofstraße und alarmiert die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Innenstadt Forst sowie der diensthabenden Ortsteile Eulo und Horno. Mehr als 30 Kameraden rücken mit Feuerwehrtechnik und Sondersignal aus. Auch der Rettungsdienst samt Notarzt ist alarmiert. Das Aufgebot an Einsatzfahrzeugen und Rettungskräften wird von den Anwohnern in Forst nur durch das Sondersignal bemerkt.

Ab dem 1. Februar wird bei größeren Schadensereignissen auch wieder die Sirene schrillen. Grund sind Funklöcher, die die Erreichbarkeit der Feuerwehrangehörigen erschweren. Sogenannte "Bagetellfälle" wie brenende Müllsäcke werden nach wie vor ohne Sirene alarmiert. Darüber informierten am gestrigen Dienstag in Forst der Verwaltungsvorstand für Finanzen und Sicherheit, Jens Handreck, Stadtwehrführer Bernd Frommelt und sein Stellvertreter Andreas Britze sowie Sylke Koal, Fachbereichsleiterin Ordnung und Sicherheit der Stadt Forst.

Die Abstimmungen mit dem Landkreis Spree-Neiße und Aufschaltungen bei der Leitstelle Lausitz sind erfolgt. Nach gut 22 Jahren Unterbrechung könnte das für manchen Anwohner gewöhnungsbedürftig sein, gab Ortswehrführer Bernd Frommelt zu und warb um Verständnis: "Die Sirenenalarmierung dient der Sicherheit unserer Bürger." Wie oft es lauter werden kann, ist schwer vorauszusagen. Verwaltungsvorstand Jens Handreck nannte Einsatzzahlen von 2014 und 2015. Demnach hat es im Jahr 2014 insgesamt 155 Alarmierungen gegeben, darunter waren 55 Großeinsätze. 2015 gab es insgesamt 193 Einsätze, darunter 185 Alarmierungen für die Innenstadt-Wehr. Davon waren 30 Vollalarmierungen. "Wir testen die Sirenenarlamierung in Forst-Mitte und entscheiden dann über weitere Sirenenstandorte, insbesondere in Forst-Süd", kündigten Frommelt und Handreck an. Überlegungen zur Wiedereinführung der Sirenenalarmierung habe es bereits seit geraumer Zeit gegeben, so Frommelt und Britze. Denn bei der digitalen Alarmierung gibt es seit der Einführung zu Beginn der 1990er-Jahre Probleme bei der Sicherung der 100-prozentigen Erreichbarkeit der Feuerwehrangehörigen; nicht nur in Forst. In den Ortsfeuerwehren ist die kombinierte Sirenenalarmierung und Funkmeldeempfängeralarmierung üblich. "Das funktioniert störungfrei", so Frommelt.

Zum Thema:
Bis zur Wende gab es zwölf Sirenen in der Forster Innenstadt, elf davon auf Privathäusern. Heute ist die Sirene auf dem Turm des Feuerwehrgerätehauses in der Hochstraße die Einzige. Sie wurde 1992/93 bei der Sanierung des Turms erneuert und ist mittwochs um 15 Uhr zum Probelauf zu hören. Zur Feuerwehr Forst gehören zwölf Freiwillige Feuerwehren in der Innenstadt und den Ortsteilen sowie 273 aktive Kameraden, davon 60 in der Innenstadt.