Der 69-Jährige studierte in der Zeit von 1954 bis 1959 an der Filmhochschule Babelsberg Regie und Schauspiel. Sein erster Film, sein Diplomfilm, war der Kinderfilm "Das Märchenschloss". Nach Abschluss des Studiums war er bei der Defa als Regieassistent tätig. Er drehte auch Kurzfilme von Rügen bis Suhl für die "Aktuelle Kamera".
Zschoche erzählt, dass er schnell merkte, dass die Theorie der reinen Lehre von der Praxis stark abwich. Er arbeitete in der DDR unter anderem mit Manfred Krug, Jutta Hoffmann und Katrin Saß zusammen. Sein erster Film für Erwachsene sollte "Karla" werden, eine Geschichte mit dramatischen Verwicklungen, politischen Problemen aber auch knappen und witzigen Dialogen. Der Film wurde als objektiv feindlich eingestuft und kam in der DDR wegen pessimistischer Grundhaltung in den Handlungen auf den so genannten Index. 1964/65 gedreht, wurde "Karla" erst im Jahr 1990 im wieder vereinten Deutschland uraufgeführt. Große Erfolge feierte der Regisseur mit dem Kultfilm "Sieben Sommersprossen", aber auch mit Filmen wie "Die Alleinseglerin", "Bürgschaft für ein Jahr", "Und nächstes Jahr am Balaton". "Schon damals war Kunst W erbung, weil sie vom Staat bezahlt wurde", erinnert sich Zschoche. Nach Fertigstellung des Filmes "Bürgschaft für ein Jahr", wusste Zschoche nicht genau, ob dieser in seiner ursprünglichen Form gezeigt werden wird, weil dieser Film Dinge zeigte, die es in der DDR eigentlich so nicht geben sollte.
Im Dezember 1990 wurde der Regisseur von der Defa entlassen. "Damals dachte ich, jetzt kannst du jeden Film machen, den du willst." Dass das nicht ganz so einfach war, musste Zschoche erfahren. Durch Empfehlungen kam er 1991 zur Serie "Drei Damen vom Grill". Diese Serie erzählte vom Glück und Leid kleiner Leute, deshalb gefiel sie ihm, sagt er heute. Während dieser Arbeit machte er auch Erfahrungen mit den unterschiedlichen Meinungen der "West-Filmemacher" über die "Ost-Filmemacher". Die einen waren sehr distanziert, anderen war es völlig egal, wo er herkam. Schmunzelnd blickt er zurück: "Es war manchmal schon lustig, Schleichwerbung war ja bei den Öffentlich-Rechtlichen verboten. Das sorgte manchmal beim Dreh für Durcheinander. Anders dann wieder bei dem Privaten Sendern, da konnte es nicht genug Werbung sein."
Auch mit Harald Juhnke machte Zschoche so seine Erfahrungen, sei es Juhnkes Alkoholkonsum oder Juhnkes Lob "...aber inszenieren kann er..." Über Drehs mit Manfred Krug für den "Tatort" wusste Zschoche so manche Anekdote zu erzählen. So war zu erfahren, dass Krug grundsätzlich mit Spickzetteln, die an allen möglichen Utensilien angebracht werden mussten, arbeitete, obwohl er seinen Text beherrschte.
Herrmann Zschoche führte nach der Wende aber auch Regie in zahlreichen anderen Serien und Fernsehfilmen. So inszenierte er "Natalie - Endstation Babystrich", "Kommissar Rex" oder "Kurklinik Rosenau", die sein letztes Projekt war. Dabei merkte Zschoche, dass sich eigentlich im Gegensatz zur Arbeit in der DDR nicht viel geändert hatte, "denn die Probleme in der Regiearbeit, die Schwierigkeiten bei der Abnahme der Filme, alles wiederholte sich, nur unter anderen Bedingungen". Ein Erlebnis für ihn und die Darsteller war der Dreh unter manchmal sehr schwierigen, harten Bedingungen in Sibirien für das Melodram "Johanna".
Für Zschoche gab es kurz nach der Wende einen historischen Augenblick. Das Fernsehen fragte ihn, ob er Änderungsvorschläge für den Film "Insel der Schwäne" hätte, mit dem er in der DDR auch große Probleme hatte. "Wahnsinn! Die fragten mich, nicht ich sie!" Dass seine Filme aus DDR-Zeiten auch heute immer noch gezeigt werden, begründet er damit, dass sie nicht nur belehrend und didaktisch waren, keine Lobeshymnen auf die DDR gesungen wurden, nichts und niemand schlecht gemacht wurde.