Damit die Hohheiten sich nicht so einsam fühlten, wurden ihnen zwei Hofdamen zur Seite gestellt. Elf Minister nahmen ebenfalls Platz, die unter anderem die Ressorts Koalition, Vogelgrippe, Alkohol, Pro-Kopf-Verschuldung, Schneller Abbau, Steuererhöhungen und Stimmung inne hatten.
Und so konnte es nach dem Tanz der kleinen und großen Funkengarde losgehen. Doch zuvor kam das kleine Prinzenpaar Willi und Maria noch per Bahn ins Moulin Rouge gefahren. Den Begrüßungsworten von Prinz Lutz I. folgte alles das, was die närrischen Gäste immer wieder in Döbern erwarten und serviert bekommen: Stimmung pur!
Ob mit Schunkelwalzern oder dem Auftritt von Frank und Markus in Arnos Frisörsalon, in dem Döberns Unzulänglichkeiten im Straßenbau, der Schließung von Möbel- und Lebensmittelmärkten oder dem Deutschen Haus diskutiert wurden - sie nahmen kein Blatt vor den Mund.
Abgesehen vom Straßenbau ist und bleibt das Deutsche Haus ein Dauerthema. Wer es zunächst nicht glaubte, brauchte sich nur in den Vorraum der Damentoilette begeben und schon lief dem Besucher das Wasser in die Schuhe, und das bis fast an die Knöchel - so lebensnah kann also Karneval sein.
Wer diese Örtlichkeit nicht in Anspruch nehmen musste, erfreute sich weiter am Programm. So luden die Tanzmäuse zur Fahrt ins Disneyland ein und "Georg" N. kam als Jürgen v.d.Lippe, um davon zu singen, wie sehr er Blumen über alles mag.
Frech und frisch präsentierten sich nicht nur die Teenies sondern auch die Dance-Girls auf dem Parkett, und die Döberner Chorknaben gaben die musikalische Empfehlung, die Sau raus und ja nicht wieder hinein zu lassen. Wie es die Döberner geschafft haben, solch hoch bezahlte Künstler wie Mireille Matthieu, Daniel Gerard oder Louis de Funès ins Dorf zu holen, blieb ein Rätsel. Für sie gab es ebenso großen Applaus wie für alle anderen Darbietungen.
Auf die Frage, was am Besten gefallen habe, sagten Sabine Valten aus Forst und Steffen Schiller aus Friedrichshain ganz spontan: die flotten und erotischen Tänze, die schönen Kostüme und das Männerballett in all seinen Facetten. Eigentlich gab es keinen Programmteil, der uns missfallen hätte. So sahen es auch Sabine Stiller und René Müller. Werner Becher, der leider ein wenig zu spät kam, freute sich dennoch sehr über das gelungene Programm. Kille, kille ist auch in Döbern nicht tot zu kriegen. Und das ist gut so, meinten junge Damen, die gerade von der Balustrade nach unten in den Saal kamen, um zu tanzen.