Friese hatte am Donnerstag kritisiert, eine Berufsberaterin der Agentur habe sich in der Spremberger Förderschule geweigert, Kinder von Beziehern des Arbeitslosengeldes II (Alg II) zu beraten. Die Kinder hätten zuvor Fragebögen mit entsprechenden Fragen ausfüllen müssen.
„Herr Friese hat mangelhaft recherchiert“ , sagte Reinhard Kröning gestern der RUNDSCHAU zu den Vorwürfen. Es sei „alles ganz anders“ gewesen: Bei den Fragebögen habe es sich um Rehabilitations-Anträge für die Kinder gehandelt, in denen die Eltern wegen der Kostenträgerschaft anzugeben hatten, ob sie Alg II bekommen. Dies sei „nichts Neues“ , sagte Kröning weiter. Die Agentur-Mitarbeiterin habe „völlig korrekt“ gehandelt. Entsprechend verwundert sei man auch über den Friese-Vorstoß gewesen: „Wir verstehen nicht, was das sollte“ , sagte Kröning.
Der Landkreis Spree-Neiße hatte zum 1. Januar mit einem Eigenbetrieb die Betreuung aller Angelegenheiten rund ums Alg II übernommen. Dazu gehöre auch die Zuständigkeit für die Berufsberatung, betonte Reinhard Kröning. Dabei habe die Arbeitsagentur dem Kreis ausdrücklich angeboten, diese Aufgabe weiterzuführen. Der Landkreis habe das aber abgelehnt.
Dort sieht man das anders, Eigenbetriebsleiter Hermann Kostrewa: „Für die Berufsberatung ist die Agentur zuständig. Das ist klar geregelt.“ Kostrewa sieht anders als Kröning auch keine falsche Darstellung des Vorfalls in der Öffentlichkeit.
Einig waren sich beide Seiten, dass es heute weitere Gespräche zwischen Agentur und Kreis geben soll, um Irritationen auszuräumen.
Dabei soll auch eine gemeinsame Linie besprochen werden, damit die Betroffenen durch den Kompetenzstreit nicht noch weiter verwirrt werden. (klw)