Damit soll zugleich die Position gegenüber dem Hauptkonkurrenten Sparkasse Spree-Neiße verbessert werden. Das erklärte gestern Herbert Herrig, Vorstandsvorsitzender der Volks- und Raiffeisenbank Forst, gegenüber der RUNDSCHAU. In ihrem Wirkungsgebiet, den Altkreisen Forst und Guben, erreiche die Bank einen Marktanteil von derzeit 16 Prozent, so Herrig. dieser müsse „mittelfristig“ erhöht werden. „Die Risikovorsorge musste vergangenes Jahr gegenüber 2001 erhöht werden, da sich die wirtschaftlichen Verhältnisse, insbesondere der gewerblichen Kundschaft, deutlich verschlechtert haben“ , sagte der Vorstandsvorsitzende. Er erkenne zurzeit keine positiven Veränderungen. „Ich habe eher die Befürchtung, dass einige Unternehmen dieses beziehungsweise das kommende Geschäftsjahr nicht überstehen werden.“ Mit dem Betriebsergebnis der Bank sei er dennoch zufrieden, „da es deutlich über dem Durchschnitt vergleichbarer Genossenschaftsbanken liegt“ . Das eigene Ergebnis „kann aber nur so gut sein wie die Ergebnisse und Einkommensverhältnisse unserer Kundschaft“ , so Herbert Herrig.
Das Sparguthaben der Kunden sei fast unverändert. „Es ist schon noch Vermögen da.“ Doch aufgrund der wirtschaftlichen Lage hielten die Menschen ihr Geld zusammen. Eine Fusion mit einer anderen Genossenschafts-Bank schließt Herrig „im Moment“ aus. Er gehe aber davon aus, dass es „mittelfristig in den nächsten fünf Jahren“ dazu kommt. Denkbar sei eine Volksbank für den Spree-Neiße-Kreis.

Hintergrund Die Bank in Zahlen
 Die Volks- und Raiffeisenbank Forst eG zählte Ende 2002 genau 2750 Mitglieder, derzeit sind es 2870.
Die Bank hat nach eigenen Angaben insgesamt rund 11 000 Kunden, davon sind 9000 Privatkunden. Das Kreditgeschäft wird jedoch zu 65 Prozent mit gewerblichen Kunden angebahnt.
Die Bank weist für 2002 eine Bilanzsumme von knapp 117 Millionen Euro aus. Die Genossenschaft wirtschaftete vergangenes Jahr mit den von Kunden eingezahlten Ersparnissen in Höhe von gut 92 Millionen Euro. Der Zuwachs um über 20 Millionen Euro zum Vorjahr ist auf einen „Sonderfaktor“ , eine nicht näher erläuterte Großeinlage, zurückzuführen. Der letztendlich erzielte Jahresüberschuss beträgt knapp 117 000 Euro.