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| 02:35 Uhr

8190 Euro für Jugendbeteiligung

Sven Zuber (l.), Uwe Kamp (M.) und Jens Handreck als Vertreter des Bürgermeisters hatten der Projektgruppe "Kinder- und Jugendbeteiligung" gute Nachrichten und viel Geld mitgebracht.
Sven Zuber (l.), Uwe Kamp (M.) und Jens Handreck als Vertreter des Bürgermeisters hatten der Projektgruppe "Kinder- und Jugendbeteiligung" gute Nachrichten und viel Geld mitgebracht. FOTO: dsf
Forst. Mit knapp 8200 Euro unterstützt das Kinderhilfswerk die Forster Projektgruppe "Kinder- und Jugendbeteiligungsstrukturen". Das Geld macht den Weg frei für Forsts erste Kinder- und Jugendkonferenz. Daniel Schauff

"Das ist eine der größten Summen, die ich je überreicht habe", sagte Michael Kruse, Regionalkoordinator des Deutschen Kinderhilfswerk. 8190 Euro hatte er im Namen des Hilfswerks mitgebracht, um sie an Sven Zuber, Verwaltungsvorstand für Service, Bildung und Personal bei der Forster Stadtverwaltung, zu überreichen. Das Geld ist für die künftige Jugendarbeit in Forst gedacht. Die ersten großen Schritte sind gegangen, der Weg hin zu einer Jugendbeteiligung in der Kommunalpolitik aber ist noch lang. Dafür braucht es nicht nur engagierte Jugendliche und Erwachsene, sondern auch Geld.

Wie genau die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen in Zukunft aussehen wird, kann Sven Zuber als Verantwortlicher bei der Stadtverwaltung derzeit noch nicht sagen. Es ist die Idee hinter der Beteiligungsgruppe, dass gemeinsam mit Jugendlichen und Erwachsenen eben diese Beteiligung erarbeitet werden soll. Was Zuber aber jetzt schon weiß: Es könnte im September oder Oktober eine Kinder- und Jugendkonferenz in Forst geben - nach Cottbuser Vorbild. Die Ergebnisse einer solchen Konferenz würden dann ins Stadtparlament getragen. Andere Ideen sind ein Kinder- und Jugendparlament nach Senftenberger Vorbild oder Kinder- und Jugenbüros wie in Potsdam. Ziel all dieser Ideen ist die stärkere und vor allem konstante Beteiligung an Entscheidungen der Stadt. In vielen anderen Städten, so Zuber, seien ähnliche Beteiligungsformen irgendwann wieder eingeschlafen.

Erwachsene überzeugen

Dass Forst aber auf einem guten Weg ist, eine aktive Beteiligung auf die Beine zu stellen - dafür könnte die große Resonanz ein erster Hinweis sein. Die Teilnehmer am Projekt brächten weitere Interessenten mit, die Gruppe wachse und zähle derzeit im Schnitt rund 30 Mitglieder, so Zuber. Es sei nicht leicht, als Kinder und Jugendliche Erwachsene von Ideen zu überzeugen, sagte Uwe Kamp. Je mehr jedoch mitmachten, desto einfacher würde es.

In Workshops erarbeiten Kinder, Jugendliche und Erwachsene Ideen rund um ein Mitspracherecht bei politischen Entscheidungen. Für das Fachwissen rund um die Kommunalpolitik sind Erwachsene Teil der Workshop-Gruppen. Moderiert werden die Treffen von Annett Brauer von der Beteiligungsagentur Inschwung des Paritätischen Sozial- und Beratungszentrums. Mit dem Geld des Kinderhilfswerks sollen auch weitere Moderatoren gewonnen werden, sagte Zuber.

Die Projektgruppe ist in Forst noch verhältnismäßig neu. Das Treffen am Dienstagabend war das dritte. Erst im Frühjahr 2016 hatten die Stadtverordneten die Idee abgenickt und auf den Weg gebracht. Seit Mai gibt es nun das Projekt "Kinder- und Jugendbeteiligungsstrukturen".

Mit Ergebnissen sei erst in einer Weile zu rechnen - bis spätestens Ende 2017 - hatte der Forster Jugendkoordinator und Projektinitiator Bernd Höer angekündigt. Findet die Kinder- und Jugendkonferenz 2016 allerdings tatsächlich statt, könnten erste Ideen schon früher den Entscheidungsträgern der Stadt vorliegen.

Wahlkampfthema in Forst

Bürgermeister Philipp Wesemann (SPD) hat in der jüngsten Stadtverordnetenversammlung bereits über die Arbeit der Projektgruppe berichtet. Er zählt sie zu den Errungenschaften seines ersten Amtsjahres. Auch der damalige CDU-Kandidat Sven Zuber hatte sich eine stärkere Jugendbeteiligung auf die Wahl-Flagge geschrieben.

Zum Thema:
Schon vor der Bürgermeisterwahl und der Entscheidung der Stadtverordneten, die Projektgruppe auf den Weg zu bringen, gab es projektbezogene Jugendbeteiligung in Forst. Um diese zu erweitern und den "Kindern und Jugendlichen eine Stimme zu geben", haben Jugendkoordinator Bernd Höer und die Sozialpädagogen vom Nix-Verein, der Stadt und dem Paul-Gerhard-Werk ein neues Konzept entwickelt. Im Mai 2016 fand das erste Projekt-Treffen statt. Die Teilnehmerzahl schwankt, liegt im Schnitt laut Wesemann und Zuber aber bei rund 30 Teilnehmern.