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| 13:22 Uhr

Mit Gottes Segen in eine neue, unfallfreie Saison
Neuer Rekord bei Biker-Gottesdienst

 Beim Biker-Gottesdienst war die Stadtkirche St. Nikolai in Forst sehr gut gefüllt.
Beim Biker-Gottesdienst war die Stadtkirche St. Nikolai in Forst sehr gut gefüllt. FOTO: Margit Jahn
Forst. Rund 800 Maschinen hat die Polizei am Sonntag nach dem Biker-Gottesdienst in Forst gezählt. Der Korso verlief unfallfrei. Für Pfarrer Christoph Lange, der im Sommer 2020 in Ruhestand geht, das Wichtigste. Von Margit Jahn

Den 50. Biker-Gottesdienst wird er noch in Forst machen, bekräftigt Christoph Lange. 1994 hatte er den ersten in Eisenhüttenstadt ins Leben gerufen und die Idee mit nach Forst gebracht, als er dort die Pfarrstelle antrat. Immer  am ersten Aprilwochenende und am letzten Septemberwochenende wird die Saison so gestartet und beschlossen. Das hat mit den Saisonkennzeichen zu tun, erklärt Lange, der im Sommer 2020 Forst in Richtung seiner alten Heimatstadt Beeskow verlassen wird.

In diesem Jahr passte es. Schon seit Tagen schien die Sonne. Waren es in den vergangenen Jahren durchaus mal bis zu 700 Maschinen, so schätzte die Polizei diese Zahl auf etwa 800. Das  wäre neuer Rekord, so Lange, und da auf den meisten Maschinen zwei Personen saßen, dürften es auch mehr als 1000 Menschen gewesen sein, die in diesem Jahr mitmachten. Die St. Nikolai-Kirche war jedenfalls gut gefüllt. Motto bei diesem Saisonauftakt: „Augen auf.“ Sogar aus München und Hannover reisten einige Motorradfahrer an.

 Nach dem Biker-Gottesdienst startete die Ausfahrt mit rund 800 Maschinen durch Forst und Umgebung.
Nach dem Biker-Gottesdienst startete die Ausfahrt mit rund 800 Maschinen durch Forst und Umgebung. FOTO: Margit Jahn

Die Forster Gruppe „BB &The String Tornados“ heizte schon eine halbe Stunde vor dem Gottesdienst wieder ordentlich ein und spielte auch während des Gottesdienstes – was einige Besucher draußen gar nicht wussten. Ihr Beschluss: Im nächsten Jahr wollen sie dann auch in die Kirche gehen.

„Das schönste am Frühling ist, das er gerade dann kommt, wenn man ihn am besten braucht“, begrüßte Pfarrer Christoph Lange sein mobile Gemeinde. Bürgermeisterin Simone Taubenek (parteilos) wünschte „tollen Touren und kommen Sie gesund wieder“. Dafür wurden die „20 Goldenen Grundregeln für Biker“ an die  Wand gestrahlt, zum Beispiel: „Durchquere den toten Winkel im Rückspiegel eines Autos möglichst zügig. Nur Schwachköpfe nennen das Rasen.“ Zu Augenkontakt, Kurveneingang, Fluchtweg freihalten, sauberem Visier, Wildwechselzeit oder zum Sozius gab es weitere Tipps.

Aber es war natürlich auch ein Gottesdienst. Pfarrer Christoph Lange forderte die Besucher zum Mitmachen auf: „Im Biker-Gottesdienst wird auch gesungen.“ Dazu gab es Flugblätter mit den Liedtexten. Aber es gab auch etwas zum Schmunzeln, las Lange einige Zeilen von Detlev Robbe „Kulturgut Motorrad“ vor.

Erik Hoffmann aus Gablenz sowie Sandro Lippach aus Sagar waren mit dabei. Sie reizt das Fahren in der Gruppe fahren, die Unterhaltung mit anderen Bikern und das  Anschauen anderer Motorräder. „Wir hoffen, wir treffen sie alle bei bestem Wetter im September wieder, ohne das was passiert ist“, so Erik Hoffmann mit Blick auf den Saisaonabschluss.

Für den Forster Dieter Urbitsch, der mit seiner magentafarben Chopper seit zehn Jahren unfallfrei  unterwegs ist, ist „das Motorrad ist meine Leidenschaft“. „Biker sind Süße“, war eine Motivation von Stefan Heller dabei zu sein. Das Süße gab es zum Abschluss. Der Korso endet traditionell an der Bachkirche mit Kaffee und Kuchen. Und vielen Gesprächen rund ums Motorrad.

Kathrin Kimmritz vom „Bikerstammtisch 96“ aus Forst fährt eine Bandit 600. „Wann immer wir können, sind wir dabei“. Aus Guben, Cottbus, Spremberg, Ostsachsen und den Raum Eisenhüttenstadt  sowie vielen weiteren Städten sind sie gekommen, um „Gottes Segen zu bekommen“ wie Biker Jens Schneeweiß sagte.

 Nach dem Biker-Gottesdienst startete die Ausfahrt mit rund 800 Maschinen durch Forst und Umgebung.
Nach dem Biker-Gottesdienst startete die Ausfahrt mit rund 800 Maschinen durch Forst und Umgebung. FOTO: Margit Jahn