Vier Küken sind aus den Nestern gestoßen worden und zwei kaputte Eier wurden gefunden. "Nach dem katastrophalen Storchenjahr 2013 mit zwei Dritteln Verlusten unter den Jungstörchen bleiben wir auch in diesem Jahr unter dem Durchschnitt. Wir vermuten, dass der Hagel einen Anteil daran hat. Früher hatten wir 25 bis 30 Jungstörche in den Horsten um Forst", sagt Peter Domke, der die Störche per Fernglas beobachtet.

Seit 50 Jahren wird die Storchenstatistik geführt. Um vergleichen zu können, haben die "Storchenväter" bei der Zählung die Aufteilung in Altkreise beibehalten. "Da sehen wir, wie die Störchen in unserer Region immer weniger werden", sagt Domke. Sieben Störche auf einem Feld überraschen heute. "Klar, aber früher waren das 20", sagt Peter Domke.

Spitzenreiter im Altkreis Forst unter den Dörfern bleibt Naundorf: Drei der sechs Nester im Ort sind in diesem Jahr belegt. Auf dem Dach der Kirche hat Peter Domke zwei Junge gesichtet, auf dem Scheunendach bei Lehmanns schauten auch zwei Junge über den Nestrand. Und auf dem Feuerwehrturm vermutet er sogar drei Junge. "Aber ganz genau kann ich das erst sagen, wenn sie ihre erste Flugversuche starten. Jetzt ducken sich die Jungstörche beim kalten Wind immer noch ab", erklärt der Experte.

Auch in den Nestern in Preschen, Sacro, Keune und Gahry konnte er jeweils zwei Jungtiere erspähen. Bei Adebars in Eulo hockt ein Einzelkind. Und für das Domsdorfer Nest rechnet Domke mit drei Jungstörchen.

Was Domke richtig freut, ist der Zustand der Küken: "Es sind kräftige Tiere, und besonders die beiden Jungstörche in Sacro sind schon sehr groß." Während neun Paare im Altkreis Forst Junge aufziehen, hatten fünf Paare keinen Bruterfolg - unter anderem auch, weil sie noch sehr jung sind. Peter Domke glaubt kaum, dass es wieder einmal deutlich aufwärts geht mit der Storchenpopulation im Spree-Neiße-Kreis. "Zwar ist das Nahrungsangebot für unsere Paare zurzeit gut, aber die Tendenz, Raps und Mais als Biomasse anzubauen und die Felder bis unmittelbar an die Straßen und Wege heranzuziehen, kaum Feldrain und Wiese zu lassen, drängt die Störche zurück - und nicht nur sie." Um den 20. August sammeln sich die Störche für den Abflug.

Das Storchenfest wird in einem Monat, am Sonntag, 27. Juli, von 15 bis 18 Uhr in Dissen auf dem Spreeauenhof gefeiert. Auch Storchenfreunde aus dem Altkreis Forst sind willkommen, versichert Peter Domke.