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| 15:50 Uhr

Erlebbare Kunst
Zentrum wird zur Werkstatt

Schon von Anfang an ein toller Zusammenhalt: Die Teilnehmer des Forster Kunstsymposiums aus fünf Ländern bei der Eröffnung.
Schon von Anfang an ein toller Zusammenhalt: Die Teilnehmer des Forster Kunstsymposiums aus fünf Ländern bei der Eröffnung. FOTO: LR / Steffi Ludwig
Forst. 2. Internationales Kunstsymposium ist an der Forster Nikolaikirche eröffnet worden. Von Steffi Ludwig

Für eine Woche hat sich die Fläche neben der Forster Stadtkirche St. Nikolai zu einer offenen Werkstatt verwandelt. Denn am Donnerstagvormittag ist hier das 2. Internationale Kunstsymposium eröffnet worden. Und auch die dort tätigen Künstler verwandeln etwas: nämlich die am Lindenplatz gefällten Linden sowie weitere Bäume aus Sturmschäden zu Kunstwerken. Mit der tatkräftigen Hilfe des Betriebsamtes sind die Stämme an Ort und Stelle transportiert worden. Mit lautem Gedröhn zerteilen Kettensägen einige  Stämme in bearbeitungsfreundliche Größen.

Schon vor der offiziellen Eröffnung hantiert Paolo Vivian mit vollem Körpereinsatz an seinem Ulmenstamm. „Memory and Fantasy“ („Erinnerung und Fantasie“) soll sein Werk heißen. Ein Modell davon hat der Italiener, der aus ­Trient kommt, im Auto. Bereits 2013, beim 1. Internationalen Kunstsymposium im Forster Rosengarten, war er dabei. „Vertical Train“, ein Zug, der senkrecht nach oben fährt, hieß sein Kunstwerk, das damals entstand. Es war schwarz, genau wie die Forster Stadteisenbahn „Schwarze Jule“, sagt er in breitem Englisch. Und dass er sich freue, wieder hier zu sein.

Das tun auch fünf weitere „Wiederholungstäter“ unter den insgesamt 15 Teilnehmern. Die Berlinerin Margret Holz, die nach dem ersten Symposium sogar ihren Arbeitsplatz nach Forst verlegt hatte, ebenso wie die Polin Maria „Maja“ Moroz, die besonders das Vorbereitungsteam um Sabine Lindner und Kathleen Hubrich mit den vielen tollen Ideen lobt. Den großen Platz mitten in der Stadt finden alle gut. Margret Holz hatte auch der Zusatz gereizt, dass Arbeiten mit Stahl möglich sind. Die Forster Firma Vetschauer Industrieservice macht dies möglich. Jörg Tausch aus Schleife, der für den erkrankten Niederländer Wouter Mijland eingesprungen ist, wird Findlinge bearbeiten. „Ich freue mich sehr darauf, was aus dem Rohmaterial alles entstehen wird“, sagte Bürgermeisterin Simone Taubenek (parteilos).

Der italienische Künstler Paolo Vivian mit einem Modell seines Kunstwerkes „Memory and Fantasy“, das aus der Ulme entstehen soll.
Der italienische Künstler Paolo Vivian mit einem Modell seines Kunstwerkes „Memory and Fantasy“, das aus der Ulme entstehen soll. FOTO: LR / Steffi Ludwig