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1700 Aussichtsturm-Stufen als Probestrecke

Training mit Panorama: Die Forster Feuerwehrleute beim Abstieg vom Merzdorfer Aussichtsturm. Vor ihnen liegt die Tagebaulandschaft Cottbus-Nord, wo der künftige Ostsee entstehen soll.
Training mit Panorama: Die Forster Feuerwehrleute beim Abstieg vom Merzdorfer Aussichtsturm. Vor ihnen liegt die Tagebaulandschaft Cottbus-Nord, wo der künftige Ostsee entstehen soll. FOTO: Steffi Ludwig
Merzdorf/Forst. Der Merzdorfer Aussichtsturm ist ihr Trainingsgerät: Seit Februar üben vier Mitglieder der Forster Feuerwehr hier für einen ganz besonderen Start – den Berlin Firefighter Stairrun, den Feuerwehr-Treppenlauf im Berliner Hochhaus-Hotel "Park Inn" am Alexanderplatz. Auch ein Feuerwehrmann aus Guben ist beim Lauf am Samstag dabei. Steffi Ludwig

Der Atem rasselt. Schweißperlen glitzern durch die Atemschutzmaske hindurch. Das Panorama entschädigt nur bedingt. Denn es ist warm am späten Freitagnachmittag, 21 Grad und volle Sonne knallen auf den Aussichtsturm Cottbus-Merzdorf am Rande des Tagebaus Cottbus-Nord. Und die vier Forster Feuerwehrleute quälen sich mit voller Montur die 173 Stufen hoch - vorbei an kurzärmeligen Touristen. "Mami, springen die jetzt da runter?", fragt ein kleiner Junge.

Die Forster müssen unter den Masken schmunzeln. Ilka Zimmermann (36), ihr Mann Denis (43) sowie Torsten Renner (44) und Christian Sommer (26) wollen nicht springen, sie machen sich fit für den Berliner Feuerwehr-Treppenlauf am Samstag - und rennen deshalb den Aussichtsturm fünfmal hoch und runter. 1700 Stufen kommen so zusammen. Zweimal pro Woche.

Im Berliner Hochhaus-Hotel "Park Inn" am Alex heißt es dann, in Zweierteams die 39 Etagen mit 770 Stufen zu erklimmen - mit Helm, Schutzmaske, Anzug und Pressluftatmer-Geräten. Das sind 20 bis 30 Kilo Gepäck.

Der Jüngste im Bunde, Oberlöschmeister Christian Sommer, ist bereits das dritte Mal dabei und startet mit dem Gubener Feuerwehrmann Michel Gerlach im Team. Sommer war es auch, der voriges Jahr Oberbrandmeister Torsten Renner ansteckte, der daraufhin mit seinem Bundeswehr-Kollegen Nico Opitz startete. Beide Teams hatten das Hotel in knapp zehn Minuten bezwungen und landeten auf den Plätzen 137 und 116. Diesmal sind laut Renner 620 Teams angemeldet.

Darunter auch das Ehepaar Zimmermann aus Forst - die zweifachen Eltern sind beide bei der Feuerwehr. Auch ihr 13-jähriger Sohn Benjamin ist bereits bei der Jugendfeuerwehr.

"Die Startplätze waren innerhalb von Minuten vergriffen", berichtet Ilka Zimmermann. Im Dezember sprachen die Forster erstmals über den Lauf, Anfang Februar starteten sie mit dem Training am Merzdorfer Aussichtsturm. Die Pressluftatmer-Geräte fürs Training hat ihnen der Landkreis Spree-Neiße bereitgestellt - dafür möchten sich die Starter schon jetzt bedanken.