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| 19:00 Uhr

Feuerwehr
125 Jahre freiwillig im Einsatz

Sacro und Naundorf bildeten bei den Frauen ein gemeinsames Team.
Sacro und Naundorf bildeten bei den Frauen ein gemeinsames Team. FOTO: Thoralf Haß
Forst. Naundorfer Feuerwehr feiert Jubiläum, die Stadtmeisterschaften dürfen da nicht fehlen.

Mit einem Festumzug durch das Gut Neu Sacro begannen am vergangenen Samstag die Feierlichkeiten anläßlich des 125-jährigen Gründungsjubiläums der Freiwilligen Feuerwehr Naundorf. Pünktlich um 9 Uhr setzte sich der Zug – angeführt vom Hornoer Spielmannszug – in Bewegung. Nach einer Runde durch das Rondell des Gutes Neu Sacro ging es weiter zur benachbarten Festwiese, wo im Anschluss die 23. Forster Stadtmeisterschaften im „Löschangriff nass“ stattfanden.

Eingefunden hatten sich die Ortswehren von Forst, die ihrerseits der Naundorfer Freiwilligen Feuerwehr ihre Glückwünsche überbrachten. „Es scheint eine ziemlich trockene Gegend zu sein“, stellte Ortswehrführer Matthias Elster angesichts der überwiegend alkoholischen Präsente fest. Verwaltungsvorstand Jens Handreck übergab als Vertreter der Stadt Forst an die Naundorfer Kameraden einen Scheck zur Anschaffung weiterer notwendiger Materialien.

Gegründet wurde die Naundorfer Feuerwehr am 23. Februar 1893. Zu jener Zeit revolutionierte Bismarck das Feuerschutzwesen in Deutschland. Im Gegensatz zu anderen Wehren, bei denen meist örtliche Turnerschaften den Aufbau der Feuerwehren vorantrieben, ging in Naundorf die Initiative von der Bürgerschaft aus. 26 Gründungsmitglieder vermerkt die Chronik. Erster Wehrführer war Gottlieb Britze. Seit 2007 verantwortet Matthias Elster die Geschicke seiner Feuerwehr.

Zur Erstausstattung gehörte lediglich eine Handdruckspritze, die von Pferdegespannen gezogen wurde. Ein Schlauchtransportanhänger, gezogen von einem Traktor, war ab 1958 jahrelang das einzige Löschgerät, ehe es 1985 von einem Barkas-Löschfahrzeug TS 8 ersetzt wurde. Am 29. November 2011 erhielt die Naundorfer Feuerwehr ein modernes Tragkraftspritzenfahrzeug, welches noch heute im Bestand ist. Elf Kameraden in der Ehrenabteilung sowie 15 aktive Kameraden engagieren sich in der Wehr. Ältestes Mitglied ist Eberhard Lehmann (Jahrgang 1931), das jüngste Mitglied ist Jonas Woidtke mit 17 Jahren.

Der 2004 gegründete Förderverein unterstützt die Naundorfer Feuerwehr etwa bei der Beschaffung von T-Shirts oder der Finanzierung des diesjährigen Jubiläums. Aus dem Ortsleben ist die Feuerwehr nicht mehr wegzudenken, bewahrt sie doch Traditionen wie das Maibaumaufstellen oder das Osterfeuer.

Zu den schwierigsten Einsätzen gestalteten sich in der Vergangenheit vorwiegend die Hochwasser. So waren die Kameraden beim Elbe-Hochwasser 2002 in Mühlberg zwei Tage ununterbrochen im Einsatz. Auch die Neiße-Hochwasser 1897, 1958 in Briesnig und 2010 in Sacro waren für die Naundorfer Kameraden besondere Bewährungsproben, ebenso wie im Januar 2014 ein Scheunenbrand in Briesnig.

Stimmungsvoll verliefen die mittlerweile 23. Forster Stadtmeisterschaften im „Löschangriff nass“, die in die Feierlichkeiten zum 125-jährigen Geburtstag eingebunden waren. Insgesamt zehn Mannschaften gingen an den Start.

Zunächst zeigte der Feuerwehrnachwuchs, was er drauf hat. Stadtmeister wurde bei den Zehn- bis 14-jährigen Mädchen die Mannschaft der Neu-Hornoer Feuerwehr. Auch die Jungs der Altersklasse zehn bis 14 aus Neu Horno siegten. Bei den älteren Jungs (14 bis 17 Jahre) ging der Sieg auch an die Hornoer.

Stadtmeister bei den Damen wurde „Sacdorf“. Mangels eigener Frauen-Mannschaften schlossen sich spontan die Mädels der befreundeten Sacroer und Naundorfer Feuerwehren zu einer Staffel zusammen und holten sich auf der 100-Meter-Bahn den Stadtmeistertitel.

Dramatisch wurde es anschließend bei den Läufen der Ortswehren. Erst wurde die Sacroer Mannschaft disqualifiziert, weil sich der Saugkopf im Wasserbecken löste. Dann erwischte es auch den Gastgeber. Kameradin Sandra Schuhart glitt nach dem Start beim Laufen zur Zielscheibe der Verteiler aus den Händen. Beim Aufschlag des Verteilers auf dem Boden löste sich die Schlauchkupplung. Da die Schläuche bereits unter Druck standen, artete ihr Malheur zu einer unfreiwilligen Wasserdusche für sie aus. Der Sieg ging an die Ortswehr Neu Horno vor Forst und Groß Bademeusel. Vierter wurde Eulo. Der Titelverteidiger aus Mulknitz war nicht am Start. Alle Stadtmeister sind somit für die Kreismeisterschaften qualifiziert.