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| 17:03 Uhr

100 Jahre Wassersport in Forst
Die Tradition ist noch viel älter

 Dietmar Woidke und Andreas Zimmer überreichen die Auszeichnungen an den Vereinsvorsitzenden Herbert Schulze  (von links). 
Dietmar Woidke und Andreas Zimmer überreichen die Auszeichnungen an den Vereinsvorsitzenden Herbert Schulze  (von links).  FOTO: Angela Hanschke
Das 100-jährige Bestehen des Vereins „Wassersport Forst“ wurde am Samstag gefeiert.

Generationen haben sich in manchen Forster Familien  in den vergangenen 100 Jahren dem Kanu-Sport verschrieben. Und das nicht nur in dem von Hermann Paul Rademacher vor 100 Jahren gegründeten Verein . Obgleich die Geschichte des Forster Kanusports bis ins Jahr 1911 reicht, so ist der „Wassersport Forst“ der älteste Verein. Gemeinsam mit den ebenfalls mitfeiernden Vertretern der „SG Turbine Forst“ und der Interessengemeinschaft „Mühlgrabenfreunde“ halten die „Wassersportler“ diese Tradition am Leben, die einst  noch breiter in der Stadt aufgestellt war. Denn zeitweise gab es sieben solcher Vereine in Forst, das damit eine Kanuten-Hochburg war.

Zu den Ehrengästen, die der Wassersport-Vorsitzende Herbert Schulze begrüßte, zählten auch  Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD), die Forster Bürgermeisterin Simone Taubenek, Andreas Zimmer vom Landes-Kanu-Verband Potsdam und Rudi Schewelis, der Vorsitzende des Kreissportbundes – und natürlich Sponsoren, „ohne die wir auf dem Trockenen paddeln müssten“, wie Schulze in der Festrede betonte. Die Rede war auch ein geschichtlicher Rückblick, mit dem  auch an Funktionäre und Sportfreunde wie Hans Voss, Peter Raffeld und Rupert Kohlbacher erinnert wurde, die unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg den Kanusport in Forst wieder ins Leben gerufen haben. Erinnert wurde ebenfalls daran, dass zu DDR-Zeiten nur der Mühlgraben als Trainingsgewässer zugelassen  und die Befahrung der Neiße als Grenzfluss strikt verboten war.  „Wir haben innerhalb unseres Vereins nicht nur unterschiedliche Staatsformen, sondern auch Gesellschaftsordnungen überlebt“, betonte Herbert Schulze daher. Zweimal musste der Verein  seinen Namen wechseln, wurde zeitweise unter den Namen „Süden Forst“ und „BSG Einheit Forst“ im Register geführt.

„Raus aus den Potsdamer Verhandlungskammern“ genoss auch Dietmar Woidke dieses denkwürdige Jubiläum in seiner Heimatstadt. „Das Herz jedes Vereins sind jedoch die Mitglieder“, betonte er in seiner Grußbotschaft. Junge und motivierte Leute, die die Vereine weiter voranbringen, seien gefragt. „Wir werden in Brandenburg die Förderung des Sports weiter betreiben und Investitionen im Sport weiter fördern“, versprach er.

Unzählige Glückwünsche konnte Herbert Schulze im Namen des Vereins entgegennehmen, viele Präsente, Trophäen, Zuwendungen, aber auch Ehrungen. Gemeinsam mit Uwe Lehmann konnte er aus der Hand des Ministerpräsidenten die Ehrennadel des Landes-Kanuverbandes Potsdam in Bronze entgegennehmen.

Ein Präsent gab es jedoch auch für Dietmar Woidke: das royalblaue Vereins-T-Shirt mit weißem Logo – verbunden mit einer Einladung zu einer Paddeltour.

In diesen Farben gehalten war auch die von Christine Merschank gebackene Geburtstagstorte. Angeschnitten wurde das Prachtstück von Dietmar Woidke und Simone Taubenek. Viele der Gäste schlossen sich auch der Führung durch das herrlich gelegene Bootshaus an, das mit Hilfe zahlreicher Aufbaustunden der Vereinsmitglieder und Lotto-Mitteln erbaut und im Jahre 1951 an der Stelle des kriegszerstörten Vorgängerbaus eingeweiht wurde.

Sehr großes Interesse gab es auch im Erdgeschoss für die Ausstellung zur Geschichte des Vereins, zu fotografischen Rückblicken auf Wander- und Traditionsfahrten, besondere sportliche Erfolge der Kanuten sowie „Damals-Heute-Dokumentationen“.

„Bereits vor einem Jahr wurde damit begonnen, Exponate, Fotos und Urkunden zu sammeln“, berichtete Klaus Schiemenz vom Verein. Das Ganze ist Teil der Retrospektive, die unter dem Motto „Neißestrand in Paddler-Hand 100 Jahre Wassersport Forst e. V.“ eröffnet und bis zum 17. November dort gezeigt wird.