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| 14:59 Uhr

Besinnliche Weihnachtsveranstaltung
Erste Runden um den Ziegeleiteich

Viel Spaß beim weihnachtlichen Feldbahnerlebnis in Klein Kölzig hatte auch Anna-Lea aus Döbern/Eichwege.
Viel Spaß beim weihnachtlichen Feldbahnerlebnis in Klein Kölzig hatte auch Anna-Lea aus Döbern/Eichwege. FOTO: Angela Hanschke
Klein Kölzig. Weit mehr als 1500 Besucher kamen zum 10. „Weihnachtlichen Feldbahnerlebnis“ in Klein Kölzig. Schienenstrang ist seit Oktober gewachsen. Von Angela Hanschke

Ungebrochen war die Anziehungskraft beim 10. „Weihnachtlichen Feldbahnerlebnis“ in Klein Kölzig. Erneut zog ab 13 Uhr der besondere Charme der Veranstaltung weit mehr als 1500 Besucher an, die sich ganz besinnlich und fernab von Einkaufskommerz auf das Fest einstimmten. Festlich erstrahlten die Lichter der hohen geschmückten Fichte, und Lichterketten erhellten die gelbe Klinkersteinfassade am historischen Fachwerk-Gemäuer. Gegenüber an der „Haltestelle Alte Ziegelei“ herrschte Gedränge wie zur Weihnachtszeit auf einem echten Bahnhof. Kleine und große Passagiere waren angetreten, einen Platz in den Wagen der Kleinbahn zu ergattern.

13 Minuten dauert die Reise mit den beiden Lokführern Thomas Hempel und Olaf Schwarz. „Die Leute wollen fahren. Heute kann man zum ersten Mal den Ziegeleiteich umrunden“, erklärte Uwe Eppinger, der Vorsitzende des Vereins „Klein Kölziger Ziegeleibahn“, den großen Andrang. Auf 1600 Meter ist der Schienenstrang seit dem Oktober inzwischen angewachsen. „Taten zeigen, wie einer ist, Worte zeigen, wie einer gerne wäre“, umriss Eppinger das Credo der zupackenden Vereinsmitglieder, die im Jahre 2008 zusammenfanden.

Auch der Markt funktioniere dank deren Engagements. Ein Novum sind auch gleich drei Festzelte. Auf einer Gesamtfläche von 250 Quadratmetern ging es dort familiär zu. Die Besucher genossen das Treffen mit Freunden und Bekannten und schauten sich auf der Suche nach Weihnachtsgeschenken, wärmenden Winteraccessoires und Leckerem aus der Region an den Ständen um. Groß war auch der Appetit der Besucher auf Glühwein und Feuerzangenbowle nach Rezeptur des Vereins. „Eier gehören in das leckere Gebräu und rund 25 Kräuter und Gewürze“, verriet der Vereinschef.

Seit dem ersten Feldbahnerlebnis ist Birgit Zuschke mit den frisch zubereiteten Quarkspitzen präsent. Doch auch die Wichernschule aus Forst und die Umgebinde Erziehungsgesellschaft GmbH gehören traditionell zum kleinen Markt. Ausschließlich Handgemachtes – schöne Holzarbeiten, Kerzen, Marmelade und Stollen, in den Gruppen oder innerhalb der Bastel-AG entstanden – gab es am Stand der Letzteren. Ebenso attraktive Feuertonnen und als Attraktion ein blitzendes nostalgisch anmutendes Fahrrad. „Das haben die Jungen in der Fahrradwerkstatt aufgearbeitet“, berichtete Erzieherin Franziska Riedel.

Statt beliebiger weihnachtlicher Musik-Beschallung aus der Konserve sorgten in Klein Kölzig vier Musiker mit Tuba, zwei Trompeten und Tenorhorn von der kürzlich gegründeten Bläserformation „Lausitz Blech“ unter Leitung von Christian Maaß für weihnachtliche Stimmung. Nebenan gab es Selbstgestricktes aus Schafwolle aus „Nettis kleinem Hobbyladen“. Nicht nur Kinder umringten staunend das schnurrende Spinnrad von Annett Frühauf. Auf den Festzeltbänken hatten auch Regine Altmann und ihr Enkel aus Wolfshain Platz genommen. Vor allem der Bahn wegen seien sie nach Klein Kölzig gekommen, sagte der neunjährige Jeremy. „Und wegen dem gemütlichen, beinahe familiären Umfeld“, ergänzte seine Oma nach dem Besuch des „Heimatspeichers“. Die heimatkundliche Sammlung befindet sich im ersten Stockwerk der Ziegelei und wird von Andreas Herkula betreut.

Großes Interesse gab es ebenso für die zweimaligen Führungen durch die historische Produktionsanlage mit Manfred Kupetz. „Wir kommen in jedem Jahr hierher, um uns mit Freunden zu treffen“, sagte Falk Hahnewald aus Döbern. „Hier gibt es Dinge, die man nicht in den Geschäften kaufen kann. Attraktion ist aber die Feldbahn, mit der auch der Weihnachtsmann mit Geschenken für die Kinder kommt.“

Nach jeweils 15 Minuten ging ein neuer Zug der Kleinfeldbahn auf die Reise. Enttäuscht schaute Anna-Lea aus Döbern/Eichwege den Wagen hinterher. Zweimal hatte sie bereits vergeblich gewartet, denn allzu viele Erwachsene drängten sich an der Fünfjährigen mit der rosa Bommelmütze vorbei. Doch der Lokführer hatte ein Herz für kleine Eisenbahnfreunde, und so durfte Anna-Lea schließlich stolz winkend neben ihm auf der Lok Platz nehmen. Sympathisch war auch das Fehlen von Plastik- und Pappgeschirr. Glühwein, Feuerzangenbowle, Gegrilltes und Süßes wurde im Glas beziehungsweise auf Porzellan gereicht.