ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 15:53 Uhr

Fördermittel
Mehr Gäste für den Geopark

Der Geopark Muskauer Faltenbogen in Leknica: Hier soll unter anderem der Geopfad um die Alte Grube Babina erweitert werden.
Der Geopark Muskauer Faltenbogen in Leknica: Hier soll unter anderem der Geopfad um die Alte Grube Babina erweitert werden. FOTO: Sebastian Kahnert
Forst/Spree-Neiße. Mit 1,6 Millionen Euro europäischen Fördermitteln starten Projekte im Muskauer Faltenbogen. Von Steffi Ludwig

Die Sanierung des Aussichtsturms am Felixsee, die Anschaffung eines Elektromobils als Geolabor für Schulen oder Kitas und eine verbesserte Öffentlichkeitsarbeit – das sind nur einige der Punkte, die mit einer 1,6 Millionen Euro schweren Förderung im Unesco-Geopark Muskauer Faltenbogen realisiert werden sollen. Am Dienstag hat Simone Spahn von der Investitionsbank des Landes Brandenburg dem Landkreis Spree-Neiße den Fördermittelbescheid überreicht. Die Gelder sind EU-Mittel aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (Efre), die im Rahmen des Interreg-Programms ausgereicht wurden.

Ziel sei es, mehr Touristen anzusprechen, in die einmalige Formation des Geoparks zu kommen, sagte Landrat Harald Altekrüger (CDU). Dass sich der Geopark – der seit 2015 den Titel „Unesco“ trägt – über Brandenburg, Sachsen und Polen erstrecke, mache die Arbeit oft nicht einfach. Deshalb sei dieses grenzüberschreitende Interreg-Projekt umso wichtiger. Der Landkreis Spree-Neiße habe den führenden Part, erläuterte Beigeordneter Olaf Lalk. Weitere Partner sind der Staatsforst Lipinki, die Gemeinde Leknica, der Förderverein Geopark Muskauer Faltenbogen sowie die Gemeinde Felixsee. Jeder der Partner steuere  einen Eigenanteil bei, denn die Gesamtkosten betragen 1,9 Millionen Euro. Zwei Drittel dieser Summe fließe nach Polen, ein Drittel auf die deutsche Seite. Diese Aufteilung hänge von der jeweiligen Größe der Projekte vor Ort ab, so Lalk.

So ist beispielsweise geplant, den Geopfad um die Alte Grube Babina in Leknica um vier Kilometer zum Rundweg zu erweitern sowie die Wegeführung vom Ortszentrum zum Geopfad zu realisieren. Zudem seien bei der Gemeinde Leknica bereits zwei Personalstellen geschaffen worden, berichtet Geopark-Geschäftsstellenleiterin Nancy Sauer. Denn da das Projekt schon zeitig beantragt worden war, laufe es bereits seit Anfang  2017. Einige Punkte seien schon ohne die Fördermittel auf eigenes Risiko realisiert worden. So wurde ein internationales Geoparkcamp mit Jugendlichen für den nächsten August organisiert. Teilnehmer aus Griechenland, Rumänien, Italien, Polen und Ungarn haben zugesagt.

Denn es soll ein neues kulturelles und naturwissenschaftliches Angebot im Geopark geschaffen werden. Dazu könnten Konzerte mit deutschen und polnischen Jugendchören oder regelmäßige Treffen für Jugendliche aus einem deutschen und einem polnischen Gymnasium zählen, erklärte Olaf Lalk.

Zudem soll ein Netzwerk deutscher und polnischer Handwerker und Produzenten regionaler Produkte sowie touristischer Dienstleister gebildet werden. „Sie sollen sich mit dem Geopark identifizieren und unter einer gemeinsamen Dachmarke auftreten“, so Lalk. Er freue sich zudem, dass die Gemeinde Felixsee mit im Boot ist, damit der 36 Meter hohe Aussichtsturm am Felixsee als Geopark-Wahrzeichen saniert werden kann. Zudem sollen dort dreisprachige Tafeln angebracht werden. Auf Deutsch-Polnisch-Englisch soll auch die Beschilderung an den Themenradwegen umgestellt werden. Hier sollen zudem die Rastplätze mit Sitzgruppen ausgestattet werden.

Weiterhin sollen zehn Elektrofahrräder und eine E-Ladestation für Fahrräder und Autos in Döbern eingerichtet werden. Die Geoparkführer seien bereits zusätzlich geschult worden. Auch die Qualität der Internetseiten soll verbessert werden, dreisprachige Werbemittel sind geplant. „Wir machen bisher zu wenig Öffentlichkeitsarbeit“, gab Lalk zu. Das hänge aber auch damit zusammen, dass der Muskauer Faltenbogen als Geopark nicht so greifbar oder zeigbar sei.

Das Interreg-Projekt sei laut Nancy Sauer ein weiteres Puzzleteil für den Geopark – neben dem Masterplan, der unter Initiative von Weißwasser und Leknica mehr als 50 Investitionsobjekte beinhaltet und im April beschlossen werden soll.

Der Geopark eröffnet am Freitag um 14 Uhr öffentlich seine Saison in der Alten Ziegelei Klein Kölzig.