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Baugeschehen
Investition im Wasserwerk Döbern

Alex Lieschke Arbeitsvorbereiter beim SWAZ koordiniert im Wasserwerk Döbern die Sanierung. Direkt hinter ihm befinden sich die neuen Absetzbecken für das Filterspülwasser. Hier stand bis 1968 das alte Wasserwerk.
Alex Lieschke Arbeitsvorbereiter beim SWAZ koordiniert im Wasserwerk Döbern die Sanierung. Direkt hinter ihm befinden sich die neuen Absetzbecken für das Filterspülwasser. Hier stand bis 1968 das alte Wasserwerk. FOTO: Katrin Kunipatz / Medienhaus Lausitzer Rundschau
Döbern. Während des laufenden Betriebs erneuert der SWAZ im Wasserwerk Döbern die Filtertechnik und Rohrleitungen. Außerdem wurden alle Gebäude instand gesetzt und neue Absetzbecken gebaut. Von Katrin Kunipatz

Das Wasserwerk Döbern liefert täglich 1250 Kubikmeter Trinkwasser für die rund 10­000­ Bewohner Döberns und den umliegenden Ortschaften. „Nach etwa zwei Tagen sind der Hochbehälter und die beiden Reinwasserbehälter leer, wenn kein neues Wasser nachkommt“, sagt Alex Lieschke, Arbeitsvorbereiter im Produktionsbereich Trinkwasser beim Spremberger Wasser- und Abwasserzweckverband (SWAZ). Eine Außerbetriebnahme kam für die dringende Rekonstruktion nicht infrage, so Andrea Mundt, Sachbearbeiterin Investitionen beim SWAZ.

Seit Sommer 2016 werden deshalb schrittweise Filter, Pumpen und Rohrleitung erneuert. Rund 1,5 Millionen Euro investiert der SWAZ. 50 Prozent davon sind Fördermittel. Im Inneren des Wasserwerks ist der Umbau fast beendet. Neu sind die Rohrleitungen für das Rohwasser. Statt drei Reinwasserpumpen aus DDR-Produktion pumpen jetzt vier Aggregate das fertige Trinkwasser vom Wasserwerk in die Rohwasserbehälter auf dem Gelände oder den Hochbehälter am Hohen Berg.

Sämtliche Technik, die für die Wasseraufbereitung nötig ist, wurde erneuert oder überholt worden. Einen neuen Platz hat die Sauerstoffanreicherung des Rohwassers erhalten. „Das in den Tiefbrunnen geförderte Wasser dort wird belüftet, um das enthaltene Eisenoxid in Eisendreioxid umzuwandeln“, erklärt Alex Lieschke. „Dieser Stoff bleibt genau wie Mangan in den Filtern hängen.“

Die Filterkessel selbst wurden nacheinander außer Betrieb gesetzt und gereinigt. Rohrleitungen und Filterdüsen sind neu, genau wie die Beschichtung im Inneren. Außerdem verwendet der SWAZ jetzt ein neues Filtermaterial. Es entsäuert das Wasser effektiver und kann in einem neuen Silo neben dem Wasserwerk gelagert werden. Für die Techniker ist es leichter verbrauchtes Filtermaterial aufzufüllen. Eine weitere Erleichterung bei der Wartung der Anlage bietet ein Gang, über den die in fünf Meter Höhe gelegenen Mannlöcher der Filter erreichbar sind. Die Modernisierung des Wasserwerks schließt auch die Schalttechnik ein. Die gesamte Anlage kann von Spremberg aus überwacht und gesteuert werden.

Auf dem Gelände fallen die asphaltierten Wege und zwei große Betonbecken auf. „In diesen fünf Meter tiefen Absetzbecken wird Schlamm zurückgehalten, der beim Spülen der Filter herausgewaschen wird“, erläutert Alex Lieschke. Eine Überraschung erlebte der SWAZ beim Ausheben der Baugrube. „Wir fanden die Grundmauern und bis zu neun Meter tiefe Pumpenschächte des 1968 abgerissenen alten Wasserwerks“, sagt Andrea Mundt. Die notwendige Tiefenenttrümmerung kostete zusätzlich 50­­000­­Euro.

Verändert hat sich das Gebäude. 15 Fenster auf der Nordseite der Filterhalle verschwanden. Zusätzlich mit der Außendämmung soll so die Menge des Schwitzwassers in der Halle reduziert und daraus folgende Bauwerksschäden verhindert werden. Feuchtigkeit war ein Problem im Betriebsgebäude. Das undichte Dach wurde erneuert, Mauerwerksschäden ausgebessert und das Gebäude mit einem Rollkieselstreifen umgeben.

In den nächsten Wochen stehen noch Malerarbeiten an. Nach der Reinigung der Filterhalle erhält der Fußboden eine Spezialbeschichtung. „So wird alles wartungsfreundlicher“, sagt Andrea Mundt. Die Erneuerung des Wasserwerks Döbern ist dann beendet. Investieren muss der SWAZ weiterhin, nicht nur im Trinkwasserleitungsnetz. „Angestrebt wird die Sanierung des Hochbehälters“, sagt Andrea Mundt. Die werde rund 890­000­Euro kosten.

Alex Lieschke, Arbeitsvorbereiter Produktionsbereich Trinkwasser im Wasserwerk, vorn Reinwasserpumpen, hintenn vier von fünf Filtern
Alex Lieschke, Arbeitsvorbereiter Produktionsbereich Trinkwasser im Wasserwerk, vorn Reinwasserpumpen, hintenn vier von fünf Filtern FOTO: Katrin Kunipatz / Medienhaus Lausitzer Rundschau