Bereits im Februar war auf der Planungskonferenz des Euromarsches die Idee geboren worden, in Finsterwalde eine politische Veranstaltung durchzuführen. Auf Einladung der "Aktionsgruppe gegen Soziales Unrecht Finsterwalde" wurde daraus das erste Etappenziel. Ursprünglich war geplant, die Radfahrer in der Turnhalle am Langen Damm unterzubringen. Aber die Stadt hatte nach Auskunft von Frank Eschholz abgelehnt, weil die Unterbringung mit der Nutzungssatzung der Turnhalle nicht vereinbar gewesen sei. "Nun bringen wir die Teilnehmer privat unter", erklärte Eschholz.
Er und seine Mitstreiter warteten geduldig auf dem Marktplatz. Die Feldküche stand bereit, die kleine Musikanlage und das Mikrofon waren aufgebaut. Aufgehalten durch einige Regenschauer werde sich die Ankunft der Radfahrer wohl um eine Stunde verzögern, hieß es plötzlich. Sie seien jetzt in Elsterwerda.
Gut 30 Einwohner warteten geduldig auf dem Marktplatz und nutzten das Angebot der Feldküche. Wer wollte, konnte seine Unterschrift für die Einführung eines Sozialtickets in Brandenburg abgeben. Geduld brauchten auch die Besatzungen der Polizeiautos, die sich, abgesehen von einigen Streifenfahrten längs des Marktplatzes, unauffällig im Hintergrund hielten. Über das Mikrofon informierte Frank Eschholz die Bürger, wie nah die Radler waren. Um 19.30 Uhr wurde die Gruppe am Ortseingang gesichtet, und eine Viertelstunde später drehte sie unter Applaus eine Ehrenrunde um den Marktplatz. An einigen Rädern waren Wimpel mit der Aufschrift "G8 Gegenwind" befestigt, zwei Begleitfahrzeuge transportierten Material und Ersatzräder.
Zu den 15 Radfahrerinnen und Radfahrern gehörten der Sprecher des "Aktionsbündnis Sozialproteste" Edgar Schu und das Mitglied von atak Bernd Reißmann aus Dresden. Bevor es zu den Unterkünften ging, begrüßte Frank Eschholz die Gruppe und wies auf die Verunglimpfung und Diskriminierung von Teilnehmern am Protest gegen den G8-Gipfel hin.
Gestern führte die Tour weiter nach Jüterbog. Weitere Etappenziele sind Zossen, Berlin, Neuruppin, Freie Heide. Die Tour endet voraussichtlich mit einer Demonstration am 2. Juni in Rostock.