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| 17:41 Uhr

Bahn-Bauwerk in Finsterwalde
Zweiter Versuch fürs Brückenteil

Gespenstisch mutet der Blick Richtung Bahnbrücke in der Sonnewalder Straße an. Das mittlere Gleis ist bereits entfernt, über das vordere rollen die Züge. Das hintere soll zurückgebaut werden.  Am Freitag soll das Loch mit einem neuen Überbau gestopft werden.
Gespenstisch mutet der Blick Richtung Bahnbrücke in der Sonnewalder Straße an. Das mittlere Gleis ist bereits entfernt, über das vordere rollen die Züge. Das hintere soll zurückgebaut werden.  Am Freitag soll das Loch mit einem neuen Überbau gestopft werden. FOTO: LR / Gabi Böttcher
Finsterwalde/Berlin. Neues Spiel, neues Glück. Alle Zeichen stehen auf Grün, dass das erste neue Segment der Bahn-Brücke in der Sonnewalder Straße am Freitag gegen 14 Uhr eingehoben werden kann. Von Gabi Böttcher

Fred Schneider, Projektleiter Brücke bei der DB Netz, geht es nach dem geplatzten ersten Anlauf in der Sperrpause vom 1. bis 4. August nun optimistisch an und betrachtet das optische Spektakel auch als eine Art Entschädigung. Schließlich hatten Finsterwalder und Auswärtige in der vorigen Woche unter einer weiträumigen Straßensperrung zu leiden, deren Notwendigkeit wegen des nicht zustande gekommenen Kraneinsatzes nicht gegeben war. „Das tut uns leid“, so Fred Schneider, der sehr wohl den Ärger der Verkehrsteilnehmer nachvollziehen kann. Die bis zum 4. August bestehende Anordnung für die Verkehrsregelung hatte Bestand. Die damit verbundenen Verkehrszeichen und Absperrbaaken konnten vermutlich wegen kurzfristig nicht verfügbarer – weil nicht geplanter – Kapazitäten bei der ausführenden Firma nicht vorfristig zurückgebaut werden. Eine offizielle Erklärung dafür, einschließlich Entschuldigung, erreichte die RUNDSCHAU nicht.

Nun hat man sich nach einer neuen Abstimmung des Montageplanes von dem ursprünglich vorgesehenen Kranstandort auf der südlichen Seite in Richtung Innenstadt verabschiedet. Der Kran soll auf der Nordseite der Brücke aufgebaut werden. Fred Schneider erklärt den Hintergrund: Die für die Standsicherheit des Kranes notwendigen Spundbohlen seien an ursprünglich vorgesehener Stelle nicht in den Boden zu bringen gewesen. Sie seien jedoch für die sogenannten Kranpratzen, die Füße des Kranes, die für dessen Standsicherheit sorgen, erforderlich. Auf der nördlichen Seite der Brücke sorgt nun ein anderer Unterboden – die Straße – dafür, dass die Lastenverteilung des Kranes sicher gewährleistet werden kann. Die ursprünglich beantragte Sperrzeit vom Donnerstag, 9. August, 22 Uhr, bis Montag, 13. August, 4 Uhr, sei nunmehr verlängert worden. Sie endet am Mittwoch, 15. August, um 6 Uhr.

 Der Kran soll am Freitagvormittag aufgestellt werden. Verkehrsteilnehmer haben sich auf die Sperrung der Straßen im Bereich der Großen Unterführung in der Sonnewalder Straße / Turnhallenstraße einzurichten. Der in der vorigen Woche betroffene Kreuzungsbereich Bahnhofstraße / Berliner Straße / Forststraße soll nicht einbezogen sein. Darüber ist jedoch noch am Mittwochnachmittag abschließend beraten worden.

„Es wird eine Menge passieren. So etwas sieht man vielleicht alle 80 Jahre mal vor der eigenen Haustür“, lädt Fred Schneider Interessierte zum Baustellentourismus ein. Der alte Überbau auf der Nordseite, der nicht mehr befahren wird, wird zurückgebaut. Für das jetzt bereits entfernte mittlere Gleis wird ein neuer Überbau eingehoben, auf dem dann der Verkehr wieder rollen soll, während das jetzt noch befahrene südliche Gleis später zurückgebaut und auch hier ein neuer Überbau eingehoben werden soll. Für dieses südliche Gleis beginnen zwischen dem 12. und 14. August die Arbeiten für die Tiefengründungen. Es werden zwei bewehrte und zwei unbewehrte Bohrpfähle in den Boden gebracht. Weitere zwölf bewehrte Bohrpfähle folgen bis weit in den September hinein.

Auf Beeinträchtigungen durch Baustellenlärm müssen sich die Anwohner – auch des Nachts – erneut einstellen.