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| 07:19 Uhr

Gefiederte Pracht in Finsterwalde
Zwei Rotschecken sind die Stars

Rainer Müller und Peter Frömelt (v.l.) sind selbst Aussteller  und  gehören gleichzeitig zu den Organisatoren der Landesverbandsmeisterschaft der Kanarienzüchter am 24. und 25. November in der Sängerstadt.  Wer sich eine Rarität – die von Rainer Müller neu  gezüchtete Deutsche Rotschecke (hier im Käfig) – aus der Nähe ansehen möchte, sollte in die Hainschänke kommen. Insgesamt gibt es 172 Vögel zu sehen.
Rainer Müller und Peter Frömelt (v.l.) sind selbst Aussteller  und  gehören gleichzeitig zu den Organisatoren der Landesverbandsmeisterschaft der Kanarienzüchter am 24. und 25. November in der Sängerstadt.  Wer sich eine Rarität – die von Rainer Müller neu  gezüchtete Deutsche Rotschecke (hier im Käfig) – aus der Nähe ansehen möchte, sollte in die Hainschänke kommen. Insgesamt gibt es 172 Vögel zu sehen. FOTO: Gabi Böttcher
Finsterwalde. Erstmals finden in der Sängerstadt die Berlin-Brandenburger Meisterschaften der Kanarienzüchter statt. Insgesamt präsentieren die Züchter 172 Vögel. Unter den Ausstellern ist auch Rainer Müller, der in der Hainschänke zwei Tiere einer seltenen, neu gezüchteten Rasse präsentiert. Von Gabi Böttcher

Die Finsterwalder Karnevalisten starten schon diesen Samstag in ihre 66. Saison. Die Finsterwalder Kanarienzüchter haben es auch mit der 66 zu tun. Die Züchter um ihren Vereinsvorsitzenden Peter Frömelt und Rainer Müller laden erstmals zur Berlin-Brandenburgischen Landesverbandsschau und damit verbunden der 66. Landesmeisterschaft der Kanarienzüchter in die Sängerstadt ein. Erfahrungen haben beide indes reichlich, denn in Jahren zuvor waren die Finsterwalder bereits Ausrichter von Landesmeisterschaften in verschiedenen Lokalen in Doberlug-Kirchhain. Diesmal fanden sie erstmals in ihrer Heimatstadt die geeigneten Partner.

In den Mehrzweckräumen der Hainschänke in der Hainstraße, die auch ihr Vereinslokal ist, werden ab kommenden Mittwoch die Vorbereitungen für die Schau getroffen. Logistisch gibt es dabei einen ganz heißen Draht zwischen den Akteuren. Denn mit Rainer Müller ist der Vorsitzende des Landesverbandes zugleich Mitglied im Finsterwalder Verein, dessen Vorsitzender er in den Jahren zuvor bereits in zwei Etappen selbst war. Peter Frömelt übernahm den Vorsitz vor vier Jahren. Er ist damit der elfte Vorsitzende des seit 1910 bestehenden Vereins.

Die Männer verbindet eine große Leidenschaft für die Vogelzucht. Mit dem Blick auf die derzeit elf Mitglieder des Finsterwalder Vereins, deren Durchschnittsalter 59 Jahre beträgt, sind sie sich einig: „Das ist eine Sache für Rentner.“ Gleichzeitig sind beide in jungen Jahren – Rainer Müller mit 14 und Peter Frömelt mit 15 – von der selben Leidenschaft ergriffen worden. Peter Frömelt spricht von einem Virus, der ihn nie wieder losgelassen habe. Jedoch sei es heute für junge Leute, die in ihren Job eingebunden und häufig nicht am Heimatort tätig sind, schwer, sich um dieses zeitaufwändige Hobby zu kümmern. „Das ist im ganzen Lande so. Von ehemals 5000 Mitgliedern sind wir heute bei rund 3000 angekommen. In Brandenburg ging die Zahl von 140 auf 72 zurück“, erzählt Rainer Müller. Er wird in der kommenden Woche selbstverständlich auch zu den Ausstellern gehören – mit acht Kanarien. Und der Knüller: Zwei der Vögel sind eine echte Rarität. Es handelt sich um eine Neuzüchtung mit dem Namen Deutsche Rotschecke. Erst zehn dieser Tiere hat Rainer Müller in den zurückliegenden drei Jahren gezüchtet. Zwei von ihnen hält er nun für ausstellungsreif. Die anderen sechs gehören zur Rasse Deutsche Haube. Peter Frömelt zeigt zwölf seiner Farbkanarien in den Ausprägungen Rot intensiv und Rot Schimmel. Dass er für diese Rassen ein sehr gutes Züchter­händchen hat, beweisen die von ihm bereits in Jahren zuvor errungenen Landesmeistertitel für jeweils vier Tiere, die als Kollektion bewertet werden: Das setzt jeweils vier Tiere einer Rasse von möglichst gleich hoher, bester Qualität voraus.

Unter den Ausstellern sind in der kommenden Woche mit Manfred Müller und Burghard Granowski zwei weitere Lokalmatadoren. Sie präsentieren acht beziehungsweise zwölf Tiere. Insgesamt sind für die Schau in der Hainschenke 172 Vögel angemeldet. Unter ihnen neben den Kanarien auch Waldvögel, die nach äußerst strengen Regeln ihrer Entnahme aus freier Wildbahn über Generationen gezüchtet werden.

Was da in der Hainschänke zu sehen sein wird, dürfte auch für die jüngsten Besucher eine Entdeckungstour sein. Denn wann bekommt man schon mal Stieglitz, Zeisig und Gimpel in freier Wildbahn zu Gesicht?