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Zwei Operationen am Krankenhaus

Beim vierten Bauabschnitt am Krankenhaus Finsterwalde werden Radiologie und Notaufnahme entzerrt und modernisiert. Michael Neugebauer (r.), Geschäftsführer, und Uwe Schrader, technischer Leiter im Elbe-Elster-Klinikum.
Beim vierten Bauabschnitt am Krankenhaus Finsterwalde werden Radiologie und Notaufnahme entzerrt und modernisiert. Michael Neugebauer (r.), Geschäftsführer, und Uwe Schrader, technischer Leiter im Elbe-Elster-Klinikum. FOTO: Heike Lehmann
Finsterwalde. Der denkmalgeschützte Teil vom Finsterwalder Krankenhaus ist tüchtig in die Jahre gekommen. Die Elbe-Elster-Klinikum GmbH nimmt Notaufnahme und Radiologie dort raus und schafft modernste Bedingungen für beide Bereiche an anderer Stelle. Heike Lehmann

Im Moment laufen im Finsterwalder Krankenhaus zwei "Operationen am Bau" parallel - und das bei laufendem Krankenhausalltag. Das Gerüst am denkmalgeschützten Backsteingebäude dient der Dacherneuerung. "Das ist 30/40 Jahre alt und ist dringend notwendig", sagt Klinikum-Geschäftsführer Michael Neugebauer.

Im Innern des Hauses werden jetzt die Bereiche der Radiologie und Notaufnahme angefasst. Denn: Der Sanierungsstau im historischen Teil des Krankenhauses ist nicht zu übersehen und vor allem von Patienten und Personal täglich zu spüren. "Beide Bereiche befinden sich im Altbau, wo es sehr beengt zugeht", gesteht Neugebauer. In Notaufnahme und Radiologie arbeiten 20 Mitarbeiter. Jährlich frequentieren diese Bereiche etwa 26 500 Patienten. Man wolle Notaufnahme und Radiologie entzerren und im Erdgeschoss der ehemaligen Gynäkologie unterbringen. Das bringt auch kürzere Wege für die Patienten im Haus. Damit sind die ursprünglichen Pläne, den Anbau abzureißen, erst einmal vom Tisch. "Wir brauchen den Platz und könnten eine andere Variante auch nicht finanzieren", so Neugebauer.

Seit 2013 sieht die Richtlinie für Investitionen im Krankenhausbereich in Brandenburg keine Förderung für Einzelbauten mehr vor. Das war für den seit Jahren angepeilten vierten Bauabschnitt am Finsterwalder Krankenhaus ein Schlag ins Gesicht. Die ganze Krankenhauslogistik war darauf ausgerichtet. Und mehrere Millionen Euro in Aussicht gestellte Fördermittel wurden mal eben gestrichen.

Die Lösung heißt: Es wird scheibchenweise mit weniger Förderung und mehr Eigenmitteln gebaut. Das Dach - Dachstuhl, Gauben, Ziegel - verschlingt bis zu 600 000 Euro. Für die Erneuerung von Medien inklusive Wasser, Abwasser und Strom wird die nächste halbe Million Euro draufgehen. Wenn es so weit ist, dass die neuen Räume für die Notaufnahme ausgebaut werden, müssen wieder 500 000 Euro bereitstehen und die neue Radiologie wird um die 800.000 Euro kosten. Die Altbau-Fassade müsse noch auf eine Frischekur warten.

Zunächst muss aber das Labor aus der alten Gynäkologie ausziehen. Dafür wurden im zweiten Obergeschoss des Zwischenbaus modernste Räume hergerichtet. "Das Labor bekommt mehr Fläche und bessere Bedingungen", so Neugebauer. Planmäßiger Umzugstag ist am heutigen Donnerstag.

Im Sommer ist dann Baubeginn für die Radiologie. "Anfang 2016 könnte sie an neuem Ort funktionsfähig sein", äußern sich Geschäftsführer und sein technischer Leiter Uwe Schrader vorsichtig. Denn ein alter Bau birgt immer wieder Überraschungen. Die Abstimmungen mit der Bau- und Denkmalbehörde loben die beiden Herren.