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| 02:38 Uhr

Zwei lange Wege führen nach Finsterwalde

Marie Akerlund vor einem ihrer Bilder und Ararat Haydeyan mit seiner Kleinskulptur "Heiße Nummer".
Marie Akerlund vor einem ihrer Bilder und Ararat Haydeyan mit seiner Kleinskulptur "Heiße Nummer". FOTO: jgw1
Finsterwalde. Die Sparkassen-Kunstallee zeigt die beeindrucken- den Werke des seit 1995 in Deutschland lebenden Armeniers Ararat Haydeyan und von der Schwedin Marie Akerlund. Jürgen Weser / jgw1

Die Sparkassen-Kunstallee in Finsterwalde verändert ständig ihr Aussehen. Zur bereits 21. Ausstellung konnte Elbe-Elster-Sparkassenvorstand Jürgen Riecke am Donnerstagabend mit Marie Akerlund aus der Partnerstadt Finspang und mit dem Armenier Ararat Haydeyan aus Elsterwerda zwei Künstler begrüßen, die der Kunstallee weiteren internationalen Anstrich verleihen, nachdem vor einem Jahr Mauricette Bao Palade aus Montataire ihre Werke zeigen konnte.

Die Kunstausstellung symbolisiert den in dieser Zeit wichtigen europäischen Geist. Die Bilder von Marie Akerlund treffen auf Skulpturen und Objekte von Ararat Haydeyan. Die MarbleCake-Musiker Marlen Meißner, Chris Poller und Max Ender schickten die mehr als 100 Besucher, unter ihnen regionale Politprominenz, der Vernissage stimmungsvoll nach einer einführenden Laudatio zum Rundgang zu den Kunstwerken.

Die Bilder von Marie Akerlund zogen die Besucher mit geheimnisvollem Flair einer mystischen nordischen Landschaft in ihren Bann, die einer Sagenwelt entsprungen zu sein scheinen. Aber dann tummelt sich plötzlich ein Mädchen mit roten Luftballons in dieser düsteren Landschaft, schwimmen gebastelte kleine Schiffchen umher und liegt ein Kahn am Ufer. Die Realität hat Einzug gehalten in die geheimnisvollen Bilder der 1961 in Finspang geborenen Künstlerin, wo sie heute in einem kleinen Vorort lebt und für eine renommierte Glasmanufaktur künstlerisch tätig ist. Mit ihren Bildern hat sie sich auf Ausstellungen in New York und in vielen europäischen Ländern einen viel beachteten internationalen Ruf erworben und ist mit zahlreichen Kunstpreisen geehrt worden wie 2015 mit dem Internationalen Kunstpreis von Rom.

Für den seit 1995 in Deutschland lebenden Architekten und bildenden Künstler Ararat Haydeyan, der 2002 sein Atelier in Saathain eröffnete und seitdem mit vielen Aktivitäten die Elbe-Elster-Kunstszene bereichert, ist die Ausstellung insofern eine Premiere, da er erstmalig nur Skulpturen zeigt. Am Wasserlauf hinter dem Sparkassenpavillon macht der Besucher Bekanntschaft mit den "Gehenden", kann erleben, wie mit rostiger Kette und glänzender Metallkugel die Poesie von "Traum und Wirklichkeit" entstehen kann oder sich neben dem am Wasser sitzenden "Liebespaar" niederlassen. "Das Paar muss hier bleiben", vernahm Jürgen Riecke immer wieder den Wunsch der Besucher. Auf großen Anklang stießen auch die humorvollen und zum Nachdenken anregenden Kleinplastiken Haydeyans im Pavillon wie die "Heiße Nummer" oder den auf Axtes Schneide spazierenden Fußgänger. Zum Tag des offenen Ateliers erblickt an diesem Sonntag in seinem Saathainer Skulpturengarten an der Fachwerkkirche eine neue Skulptur das Licht.

Viele Gäste der Sparkassen-Kunstallee zeigten sich begeistert von den ausgestellten Kunstwerken, einige fanden noch am Abend der Vernissage Käufer. Auch die Sparkasse will je ein Werk erwerben. "Ich fand den Aufenthalt in Finsterwalde sehr inspirierend", sagte Marie Akerlund am Ende der Vernissage und wünscht sich den Gegenbesuch eines Finsterwalder Künstlers mit Ausstellung in Finspang. Dort hat Marie Akerlund heute bereits eine weitere Ausstellung. Das Atelier von Ararat Haydeyan gehört am Sonntag zu den offenen Kunstadressen im Elbe-Elster-Kreis (siehe Übersicht auf Seite 17).

Zum Thema:
2018 will Ararat Haydeyan Aquarelle und Reliefbilder in der Sparkassen-Kunstallee zeigen. Zum Tag des offenen Ateliers gibt es die schon am Sonntag (11 - 18 Uhr) in seinem Saathainer Skulpturengarten zu sehen: Reliefbilder, Monotypien und Plastiken sind dabei, auch Aquarelle von Hasmik Hovsepyan-Haydeyan.