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Zuwanderer und junge Deutsche gemeinsam auf Firmentour

Bei der Firmentour mit Flüchtlingen: hier Schönborner Armaturen.
Bei der Firmentour mit Flüchtlingen: hier Schönborner Armaturen. FOTO: Böttcher
Finsterwalde. Zum zweiten Mal haben das Jobcenter Elbe-Elster und die Niederlausitzer Kreishandwerkerschaft zu einer Firmentour eingeladen. Zehn Flüchtlinge und drei deutsche Jugendliche mit oder ohne Ausbildung haben an dieser Erkundung ansässiger Handwerksbetriebe teilgenommen. Erstmals dabei: eine syrische Frau. pm/leh

Motivation der Veranstalter ist, ihnen den Einstieg ins Berufsleben zu erleichtern. Das Interesse soll über Einblicke in verschiedene Bereiche der Produktion und Herstellung geweckt werden. "Wir möchten den Jugendlichen zeigen, welche Ausbildungen in der Region möglich sind und welche Anforderungen an einen Azubi gestellt werden", erläutert Anja Miersch vom Jobcenter.

"Wie auch bei der ersten Tour im Sommer, welche durch den Raum Herzberg führte, geht es darum, den Flüchtlingen zu zeigen, dass es hier in unserer Region Möglichkeiten und Chancen für sie gibt, sich zu integrieren. Denn die Handwerksunternehmen suchen Fachkräfte", weiß Sandra Gnosa, seit Mai Willkommenslotsin bei der Niederlausitzer Kreishandwerkerschaft. "Aus welchen Gründen auch immer, nimmt aber die Zahl der Jugendlichen, die einen handwerklichen Beruf erlernen wollen, stetig ab. Dabei wird doch gerade hier in unserer Region Nachwuchs gebraucht und sogar die Weiterbildung nach dem Ende der Lehrzeit bestens unterstützt."

In der Schönborner Armaturen GmbH im Doberlug-Kirchhainer Ortsteil Hennersdorf wurden die Besucher von Geschäftsführer Thomas Ebert empfangen, danach führte Betriebsleiterin Susanne Tschentscher versiert und mit leicht verständlichen Beschreibungen durch die Bereiche des Unternehmens. "Die Zuwanderer - aus Afghanistan, Syrien und Eritrea - waren von der Fülle der Maschinen und den Möglichkeiten der Fertigung sichtlich beeindruckt, da in ihren Heimatländern solch moderne Geräte kaum zu finden sind", berichtet Sandra Gnosa. Am Ende der Führung bekundeten drei Jugendliche Interesse an einem Praktikum.

Auch bei der Bäckerei Bubner, begrüßte der Chef Thomas Bubner die Jugendlichen. Mit Hygienekleidung ging es dann in den Tempel von Kuchen, Torten und Gebäck. Alle staunten über die Mengen und Vielfalt an Brot, Brötchen und anderen Köstlichkeiten, welch dort produziert und ausgeliefert werden. Angestellte beantworteten geduldig die ihnen gestellten Fragen. Die Mehlsilos, die großen Backöfen und Brötchenformmaschinen sorgten für große Augen der Jugendlichen und erste Anfragen nach etwaigen Arbeitsstellen oder Praktika wurden gestellt.

Beide Unternehmen sind auf der Suche nach Auszubildenden und Fachkräften. So sind Stellen als Zerspanungsmechaniker/in und Verfahrensmechaniker/in für Kunststoff und Kautschuktechnik und für den Bereich Bäcker, Konditor, Köche, Kraftfahrer und Verkäufer/in zu vergeben. Beide Unternehmen würden sie auch mit Flüchtlingen besetzen. "Nach erfolgreich absolvierten Sprach- und Integrationskursen gibt es Chancen für eine Ausbildung oder Arbeit in der Region", fasst Anja Miersch zusammen. Dabei untertstütze das Jobcenter Elbe-Elster gern.

Auch für die drei Jugendlichen, die keinen Migrationshintergrund haben, war die Bustour interessant.

Zum Thema:
Die Niederlausitzer Kreishandwerkerschaft steht den Handwerksunternehmen sowie den Flüchtlingen beratend zur Seite und unterstützt bei Fragen zur Willkommenskultur, rechtlichen Dingen und kann in Zusammenarbeit mit der Handwerkskammer Cottbus bei der Anerkennung von ausländischen Zeugnissen behilflich sein.