Es gäbe dazu ein Gerichtsurteil. So oder so ähnlich höre ich es im Erste-Hilfe-Kurs zur Fahrerlaubnis.

"Mama, warum hast du dem Mann im kaputten Auto nicht geholfen?" höre ich die Stimme meines Kindes und wache schweißgebadet aus dem Albtraum auf.

Vater vergib ihnen! Denn sie wissen nicht was sie tun. (Lukasevangelium Kap. 23, Vers 34)

Unglaublich! Jesus, der gerade am Kreuz stirbt, bittet bei Gott um Vergebung für seine Mörder, die Ausführenden der Befehle. Das ist nicht von dieser Welt. Das ist stark - wie Gott. Das ist Freiheit. An dieser Stelle zerbricht der Teufelskreis von Demütigung, Rache und Tod. Hier beginnt der Frieden.

Da möchte ich dazugehören. Ich möchte aus meinem Albtraum entlassen werden. Darum suche ich nach Gott; keinen Zauberkünstler gegen Leid und Tod, sondern eine Unterstützung, die mich durch Leid und Tod hindurch trägt, die mich tröstet. Deiner Hand vertraue ich meinen Lebensatem an. Du hast mich befreit, du treue Gottheit. (Psalm-Gebet Kap. 31, Vers 6)

Ich möchte anhalten können, wenn ich gebraucht werde und mit Freude die Stimme meines Kindes hören. Dazu helfe mir Gott!

Dörte Wernick ist Pfarrerin im Evangelischen Pfarramt Zaue