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| 15:49 Uhr

Chance für Quereinsteiger
Zum Traumjob auf Umwegen

Sie haben sich für eine Ausbildung zum staatlich anerkannten Erzieher am Oberstufenzentrum Elbe-Elster, Abteilung Sozialwesen, entschieden. Alle haben bereits einen anderen Beruf erlernt und schwenken jetzt um. Das Foto zeigt sie mit ihrer Biologie-Lehrerin (l.).
Sie haben sich für eine Ausbildung zum staatlich anerkannten Erzieher am Oberstufenzentrum Elbe-Elster, Abteilung Sozialwesen, entschieden. Alle haben bereits einen anderen Beruf erlernt und schwenken jetzt um. Das Foto zeigt sie mit ihrer Biologie-Lehrerin (l.). FOTO: Heike Lehmann
Finsterwalde. Am Oberstufenzentrum Elbe-Elster werden tätigkeitsbegleitend Erzieher ausgebildet. Sie haben bereits einen Arbeitgeber und drücken parallel die Schulbank. Von Heike Lehmann

Wer Erzieher werden möchte, hat beim Oberstufenzentrum (OSZ) Elbe-Elster, Abteilung 1 Sozialwesen, beste Chancen. Seit Jahren bildet man in der Friedrich-Engels-Straße in der Sängerstadt erfolgreich Erzieher aus, die dann in Kindertagesbetreuung, der Jugendarbeit oder Jugendsozialarbeit ihre Erfüllung finden. „Im letzten Schuljahr haben 44 Schülerinnen und Schüler diese Ausbildung erfolgreich abgeschlossen. Und sie haben alle einen Job bekommen, nur wenige schließen ein Studium an“, weiß Abteilungsleiterin Andrea Koppen. Mit dem sehr praxisnahen Unterricht am OSZ haben die jungen Leute nach drei Jahren sehr gute Karten auf dem Arbeitsmarkt.

Weil Erzieher nach wie vor dringend gebraucht werden, hat die Abteilung Sozialwesen jetzt die tätigkeitsbegleitende Ausbildung zum staatlich anerkannten Erzieher wieder angeboten. Die ersten Schülerinnen und Schüler drücken die Schulbank – für jeweils 16 Unterrichtsstunden an zwei Wochentagen innerhalb der nächsten drei Jahre.

Noch kann man einsteigen. Voraussetzung ist, dass die Bewerber bereits einen Arbeitsvertrag in der Tasche haben, der regelt, dass sie mindestens 18 Stunden in einer sozialpädagogischen Einrichtung beschäftigt sind. Kontakte knüpft meist der Arbeitgeber zum OSZ. Andrea Koppen weiß, dass vor den Teilnehmern drei anspruchsvolle Jahre liegen. „Sie müssen Arbeit und Ausbildung unter einen Hut bringen. Das ist anstrengend.“

Doch die jungen Leute sind motiviert. Sie haben alle schon einen  Beruf erlernt, waren Arzthelferin, Industriemechaniker, Zahntechniker, haben in der Werbung und im Grafik-Design gearbeitet, als Restaurantfachmann oder gestaltungstechnischer Assistent Erfahrung gesammelt. Was sie eint, ist der Wunsch, beruflich noch einmal ganz neu durchzustarten, um künftig mit Kindern und Jugendlichen arbeiten zu können.

Sie sind 23 bis 47 Jahre alt und kommen aus Elbe-Elster und Oberspreewald-Lausitz. Mathias Ulbricht hat aus dem sächsischen Gröditz nach Finsterwalde gefunden. Er schwenkt um, weil er „mehr Spaß“ bei der Arbeit haben möchte. Marie Göllnitz aus Doberlug-Kirchhain hat schon bei verschiedenen Ferienlagern mitgewirkt und gemerkt, dass sie gern mit Kindern arbeitet. Außerdem sagt sie: „Ich habe gesehen, was in Kitas schief läuft und möchte mit verändern.“

Die Lernbedingungen für die knapp 400 Schüler der Abteilung Sozialwesen in Finsterwalde werden indes immer besser. „Wir sind gut ausgelastet. Das Kollegium wurde mit vier jungen Kollegen verstärkt, wir haben einen Schulsozialarbeiter“, sagt Andrea Koppen. Alle Räume sind jetzt mit interaktiven Tafeln ausgestattet. Diese neuen multimedialen Möglichkeiten erleichtern das Arbeiten, erklärt Andrea Koppen. „Die Schüler filmen sich zum Beispiel mit Videokameras für den Schulgebrauch gegenseitig beim Handeln und können ihr Auftreten sofort gemeinsam auswerten.“ Die Aula hat in den Ferien frische Farbe bekommen und für die Kantine wurde nach einem Jahr Zwangspause wieder ein Betreiber gefunden.

Alles in allem gute Bedingungen, um Sozialassistenten, Heilpädagogen, Heilerziehungspfleger oder eben Erzieher für den Arbeitsmarkt auszubilden.

Information und Anmeldung: Oberstufenzentrum Elbe-Elster, Abteilung 1 Sozialwesen, Friedrich-Engels-Straße 31, in Finsterwalde; Tel. 03531 704959, E-Mail: abteilung1@oswee.de