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| 18:27 Uhr

Visionen 2030
Zukunftsmusik für Sängerstadt-Campus

Eine Mensa für das Sängerstadt-Gymnasium? Toni Lehnert (r.) und Max Gerisch aus der 12. Klasse sehen sich die Entwürfe von Studenten der Bauhaus Universität Weimar an. Im Diskussionsprozess über den Finsterwalder Beitrag für den Bundeswettbewerb „Zukunftsstadt“ kam auch die Überlegung eines multifunktionalen Ortes für den Campus auf. Neue Anforderungen an die Bildung junger Menschen sind zu meistern.
Eine Mensa für das Sängerstadt-Gymnasium? Toni Lehnert (r.) und Max Gerisch aus der 12. Klasse sehen sich die Entwürfe von Studenten der Bauhaus Universität Weimar an. Im Diskussionsprozess über den Finsterwalder Beitrag für den Bundeswettbewerb „Zukunftsstadt“ kam auch die Überlegung eines multifunktionalen Ortes für den Campus auf. Neue Anforderungen an die Bildung junger Menschen sind zu meistern. FOTO: Gabi Böttcher / LR
Finsterwalde. Finsterwalde blickt ins Morgen und lässt sich von Bauhaus-Studenten inspirieren. Von Gabi Böttcher

Neue Räume eröffnen neue Möglichkeiten, bieten Platz für Entfaltung – sowohl körperlich als auch geistig. In die Zukunft von Finsterwalde denken hieß beim  jüngsten Zukunftsstadt-Treffen in der Aula des Sängerstadt-Gymnasiums, den Raum des gegenwärtig verfügbaren Campus sprengen. Um der Vorstellungskraft auf die Sprünge zu helfen, hatte Zukunftsstadt-Akteur Clemens Habermann zwölf studentische  Entwürfe für eine Mensa am historischen Max-Taut-Schulort mitgebracht. Erarbeitet im Jahr 2016 an der Bauhaus-Universität Weimar – als Architekt Clemens Habermann dort wissenschaftlicher Mitarbeiter war und studentische Kreativität lenken konnte. Er wählte dafür seine Heimatstadt Finsterwalde aus. Seinerzeit als klassische Mensa angedacht, bieten die Entwürfe in der Debatte um die Zukunftsstadt eine Basis für das Weiterdenken in Richtung einer Mensa Plus, eines multifunktional zu nutzenden Raumes auf dem Campus.

Bürgermeister Jörg Gampe erwähnte den im Zuge der Sanierung des Campus eingerichteten „kleinen Speiseraum“. Dieser hatte in der Zeit seiner Inbesitznahme logistische Umstellungen im Schulablauf notwendig gemacht.  Ein Traum sich den Zeitpunkt vorzustellen, wenn sich neue Räume bieten könnten. Landrat Christian Heinrich-Jaschinski erinnerte für den Landkreis  als Schulträger an sechs Millionen Euro, die zwischen 2013 und 2015 in den Campus investiert wurden. „Es ist wichtig, über künftige, andere Anforderungen an Schulabgänger nachzudenken. Aktuell können wir ein solches Vorhaben nicht finanzieren. Aber wichtig ist die Meinungsbildung“, kommentiert er gegenüber der RUNDSCHAU.

Das sehen auch der Soziologe Dr. Michael Thomas und Matthias von Popowski, Partner von der complan Kommunalberatung GmbH, so. Den sozialen Prozess der Beteiligung der Bürger exemplarisch zu üben, ist für beide  wichtig. Die Mensa-Entwürfe seien Inspiration für weiteres Nachdenken in die Richtung einer multifunktionalen Nutzung mit Lern- und Begegnungsräumen.  Clemens Habermann brachte das Ganztagskonzept von Schule mit freien Zeiten zwischen dem Unterricht ins Gespräch. Ebenso eine frische Küche mit regionalen Produkten.

Dass die im Sommer vorigen Jahres entwickelte Idee von einem ganzen  Stadtquartier als  „Kreativzentrum für junge Familien als Glasfaser-Campus“ einer eher pragmatischen Herangehensweise und der Umsetzung von Ideen an verschiedenen Standorten der Stadt gewichen ist, sieht Matthias von Popowski nicht problematisch.

Zu  den noch bis kommenden Montag im Foyer des Sängerstadt-Gymnasiums gezeigten Mensa-Entwürfen erhoffen sich die Zukunftsstadt-Akteure noch ein kräftiges Feedback von den Schülern. Unter den etwa 50 Gästen, die es zur Präsentation der Studentenentwürfe gelockt hatte, waren bedauerlich wenige Schüler. Erklärungsversuch von Toni Lehnert aus der 12. Klasse: Die Wartezeit zwischen Schulschluss und Veranstaltungsbeginn und die in 50 Kilometern Umkreis wohnenden Schüler. Begrüßenswert finden er und Mitschüler Max Gerisch die Mensa-Idee auf alle Fälle. Neue große Räume für die Nutzung außerhalb der Schule  – da könnten sie sich schon ärgern, nicht mehr in deren Genuss zu kommen.

In den Genuss von experimenteller Musik und  Lichtinstallation kamen die Gäste des Abends, weil den ehemaligen Schülern Paul Biesold (26) und Franz Lehmann (24) der Weg nach Finsterwalde nicht zu weit war. Beide studieren in Leipzig und ließen sich von Clemens Habermann für den Zukunftsstadt-Diskurs mit eigenem künstlerischem Beitrag begeistern.

Wie Jacob Hainich wählten die Bauhaus-Studenten – bis auf eine Ausnahme – einen separaten Ort auf dem Campus für eine Mensa.
Wie Jacob Hainich wählten die Bauhaus-Studenten – bis auf eine Ausnahme – einen separaten Ort auf dem Campus für eine Mensa. FOTO: Jacob Hainrich
Architekturstudentin Antonia Brack zeigte sich besonders mutig und wagte sich an einen Anbau an das Max-Taut-Gebäude.
Architekturstudentin Antonia Brack zeigte sich besonders mutig und wagte sich an einen Anbau an das Max-Taut-Gebäude. FOTO: Antonia Brack