Viele wurden einfach an der Strecke verscharrt.

In Erinnerung an den verlorenen Transport im Jahr 1945 findet auch in diesem Jahr wieder eine Gedenkveranstaltung statt. Im Rahmen der 2014 ins Leben gerufenen Initiative "Zug des Lebens und der Hoffnung" soll der Toten, aber auch der damals Überlebenden gedacht werden. In Erinnerung rufen will die Initiative auch das Versagen von Menschlichkeit und Nächstenliebe damals wie heute. "Wir wollen nicht nur in der Vergangenheit stehen bleiben, sondern uns gegen Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit in der Gegenwart stellen", so die Initiatoren.

"Aus der Vergangenheit wollen wir lernen, dass Wachsamkeit angesagt ist. Wir müssen auch uns selbst beobachten, ob wir vielleicht unbedacht Gedanken oder Worten Raum geben, die diskriminierend oder einschüchternd gegenüber Schwachen, Ausgegrenzten, Ausländern, Einwanderern und anderen wirken. Manchmal müssen wir eigene Schuld bekennen und beim Namen nennen", erklärt Reinhard Wild von der Initiative in einer Pressemitteilung.

Die Initiativgruppe wird sich am 23. April um 15.30 am Bahnhof Beutersitz treffen und zum Gedenkstein am Bahnkilometer 101,6 wandern. Dort kam der Zug 1945 zum Stehen, da die Brücke über die Schwarze Elster bereits gesprengt war. An diesem Gedenkstein wird Pfarrer Stefan Branig eine Gedenkzeit gestalten. Nach der Rückkehr zum Bahnhof fahren die Teilnehmer zum jüdischen Friedhof nach Tröbitz und werden an der Gedenkwand mit den Namen der Toten im Stillen verweilen. Die Initiative lädt die Menschen der Region ein, sich an der Gedenkveranstaltung zu beteiligen.