Seit es am 27. Januar offiziell wurde, dass Finsterwalde ab 1. April wieder einen Augenarzt haben wird, rissen die Fragen nach Terminen nicht ab. Selbst in der Apotheke und beim Hausmeister landeten sie. Jetzt informiert Andrea Trunev, Geschäftsführerin der KV Consult- und Managementgesellschaft mbH (KV Comm), die das MVZ für das Ärztenetz Südbrandenburg (ANSB) managt: "Am 1. März werden wir mit der telefonischen Terminvergabe beginnen. Ab diesem Tag wird ein Anrufbeantworter geschaltet sein." Festgehalten wird an dem angekündigten Termin, die Praxis am 1. April zu eröffnen. Andrea Trunev führt durch die momentan noch leeren Räume in der bei den Finsterwaldern noch immer als Süd-Ambulanz bekannten Einrichtung. Wartebereich, Anmeldung, Vorbereitungsraum, ein Raum für die Funktionsdiagnostik und das Arztsprechzimmer sollen in den nächsten Wochen von einheimischen Firmen in die heiß ersehnte Augenarztpraxis umgewandelt werden. Der Zeitplan ist sportlich, zumal die Ostertage dazwischen liegen.

Andrea Trunev freut sich über die gelungene Angebotserweiterung in der Süd-Ambulanz. Die Pioniere im MVZ des Ärztenetzes waren im Juli 2012 die Fachärztin für Allgemeinmedizin Christel Biernat und Dr. med. Dieter Pohle, Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe. Als bis dahin niedergelassene Ärzte hatten sie ins Anstellungsverhältnis beim Medizinischen Versorgungszentrum gewechselt.

Dr. Dieter Pohle kennt die Geschichte des Hauses, seit er 1984 hier seine Praxis eröffnet hatte. Seit 2013 sind die Fachärztinnen für Allgemeinmedizin Gudrun Lexow und Doreen Schumann für ihre Patienten da, Christel Biernat hatte sich in den Ruhestand verabschiedet. Mit zwei weiteren niedergelassenen Ärzten - einem Allgemeinmediziner und einer Internistin - sowie zwei Zahnarztpraxen, mit Physiotherapie und Apotheke ist der Komplex der Süd-Ambulanz eine gefragte Adresse der medizinischen Versorgung in der Sängerstadt. Die Pläne für das MVZ des Ärztenetzes reichen weiter in die Zukunft. Noch ist eine Hausarztstelle frei. Durch eine Umstrukturierung vorhandener Räumkapazitäten könnte der Platz für eine weitere Praxis geschaffen werden. Auch eine Kinderarztpraxis und die Entwicklung der Hospiz- und Palliativversorgung sowie der Gesundheitsprävention stehen auf der Vorhabenliste. Bei Gudrun Lexow als Fachärztin mit Weiterbildungsermächtigung startet ab 1. März Vladimir Dakov aus St. Petersburg seine sechsmonatige fachärztliche Ausbildung. In Zusammenarbeit mit dem Ärztenetz und dem Klinikum Elbe-Elster ein Weiterbildungsnetzwerk aufzubauen, um Medizinstudenten an die Region zu binden, ist ein weiteres Ziel des Ärztenetzes. Auch bei Logopädie, Ergotherapie und Psychotherapie sieht Andrea Trunev Entwicklungsrichtungen in der Süd-Ambulanz.

Zum Thema:
Gegründet im Jahr 2004, hat sich das Ärztenetz Südbrandenburg (ANSB) 2015 neu strukturiert. Unterstützt wird es von der KV Consult- und Managementgesellschaft mbh, einer Tochter- und Dienstleistungsgesellschaft der Kassenärztlichen Vereinigung Brandenburg (KVBB). Dr. Erhard Kiesel ist Sprecher des ANSB. Ziel ist eine wohnortnahe, hochwertige medizinische Versorgung.