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| 16:47 Uhr

Vorschlag aus Doberlug-Kirchhain
Zündstoff für Stadthallen-Diskussion

Thomas Boxhorn und Sebastian Rudolph sehen die Stadthalle in Doberlug-Kirchhain als Veranstaltungszentrum für die Sängerstadtregion.
Thomas Boxhorn und Sebastian Rudolph sehen die Stadthalle in Doberlug-Kirchhain als Veranstaltungszentrum für die Sängerstadtregion. FOTO: LR / Gabi Böttcher
Finsterwalde. Eine Stadthalle für Finsterwalde ist gegenwärtig ungewiss. Es herrscht Planungsstopp. Nachbarn aus Doberlug-Kirchhain schlagen vor: die dortige Mehrzweckhalle veredeln. Von Gabi Böttcher

Seit Sängerstadt-Bürgermeister Jörg Gampe (CDU) in der Sitzung der Stadtverordneten am 27. Juni einen Planungsstopp für die Finsterwalder Stadthalle ausgesprochen hat, treibt viele Befürworter des ehrgeizigen Projektes die Sorge über das Wie weiter? um. Nach einem Gespräch zwischen Stadt Finsterwalde, Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung sowie der Investitionsbank  des Landes Brandenburg in Potsdam bat Jörg Gampe die Finsterwalder um Verständnis und Geduld, denn genaue Aussagen seien erst nach der abgeschlossenen baufachlichen Prüfung der Unterlagen möglich. Und das werde „frühestens im Herbst“ sein.

Zur Erinnerung: Eine Kostensteigerung für das Projekt von 11,6 Millionen Euro im Jahr 2016 auf die zur Prüfung eingereichte Variante  mit 19,6 Millionen Euro Investitionsbedarf hatte den Bürgermeister zum Ziehen der Notbremse veranlasst. Vom Architekturbüro überarbeitete Pläne hatten inzwischen einen Investitionsbedarf von 15,7 Millionen Euro erbracht, die laut Architekt  Jürgen Habermann eine  voll funktionsfähige Stadthalle ermöglichen würden. In Potsdam hatte Bürgermeister Jörg Gampe einen Mehrbedarf an Fördermitteln angezeigt.

Während die Fraktionsvorsitzenden  der Finsterwalder Stadtverordnetenversammlung einem Treffen mit dem Bürgermeister zum Thema Stadthalle Ende August entgegensehen, kommt jetzt aus der Nachbarstadt Doberlug-Kirchhain ein Vorschlag.  Thomas Boxhorn, Vorsitzender des CDU-Stadtverbandes, und sein Parteikollege und Vorsitzende der Stadtverordnetenversammlung Doberlug-Kirchhain, Sebastian Rudolph, wollen die Kuh mit einer aus ihrer  Sicht äußerst pragmatischen Lösung vom Eis holen. Eigentlich seien sie in Gesprächen mit  ihren Frauen auf diesen Pfad gelangt, denn alle hätten die Entwicklung in Finsterwalde sehr wohl verfolgt. „Warum muss alles groß und pompös gedacht werden? In Finsterwalde hat man es mit dem vorhandenen Freibad vorgemacht, hat auf ein teures Spaßbad verzichtet und das Bad wieder zum Leben erweckt“, sagt Thomas Boxhorn. Er will das „Prinzip Freibad“  auf eine Stadthalle für die Sängerstadtregion anwenden und verweist auf die in Doberlug-Kirchhain vorhandene Sport- und Mehrzweckhalle, die hier bereits den Namen Stadthalle trägt. Warum daraus nicht einen „Campus für Bildung, Spaß und Kultur“ in der Sängerstadtregion machen?, fragen die Kommunalpolitiker.

Bisher habe man sich zum Vorhaben einer Stadthalle in Finsterwalde nie als Konkurrenz gesehen, die Entwicklung der Kosten für das dortige Projekt habe nun aber zu ihrem Vorschlag geführt. Schließlich sei man auch seit fast drei Jahren Mitglied im Sängerstadtmarketingverein und blicke über den eigenen Tellerrand hinaus.

Thomas Boxhorn und Sebastian Rudolph wissen selbstverständlich, dass es auch an der Stadthalle Doberlug-Kirchhain Investitionen geben müsse, um einem künftig höheren Anspruch gerecht zu werden. Klimaanlage, Brandschutz, die Erweiterung der Parkplätze und ein Anbau für das Catering  – ja, auch Investitionen für  die Akustik – seien notwendig. Sebastian Rudolph: „Aber wir sollten Visionen für die Sängerstadtregion und deren Vermarktung haben. Die Städte liegen nur wenige Kilometer voneinander entfernt.“  Mit einem solchen konkreten und gemeinsamen Projekt könne man die Sängerstadtregion zusammenschweißen und auch den Doberlug-Kirchhainern vermitteln, warum man Mitglied im Sängerstadtmarketingverein sei. Und außerdem: Finsterwalder Abiturienten kämen zu ihrem Abschlussball und auch die Sparkasse Elbe-Elster zu Firmenveranstaltungen hierher.