ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 16:07 Uhr

Debatte in der Senioreneinrichtung
Jetzt doch Hoffnung für die grüne Oase

Erwin Hallmann in seinem grünen Paradies im Seniorenzentrum „Albert Schweitzer“. Jetzt soll er es abbauen.
Erwin Hallmann in seinem grünen Paradies im Seniorenzentrum „Albert Schweitzer“. Jetzt soll er es abbauen. FOTO: LR / Gabi Böttcher
Finsterwalde. In der vorigen Woche sah es für Erwin Hallmann noch trübe aus, wenn er an die Zukunft seiner grünen Balkon-Oase dachte. Immerhin lag per Anwaltsschreiben die Aufforderung auf seinem Tisch, seine Regale – im `Schreiben als Konstruktion bezeichnet – bis zum 20. Juli zurückzubauen. Von Gabriela Böttcher

Für den 67-Jährigen, der nach einem Brand in seinem Haus in Finsterwalde Nord im November vorigen Jahres im Betreuten Wohnen der Senioreneinrichtung „Albert Schweitzer“ in Finsterwalde ein neues Zuhause gefunden hatte, eine unvorstellbare Idee. Sohn Daniel, der seinen Vater pflegt, sieht ebenfalls keine Notwendigkeit, die grüne Oase abzubauen. Schließlich handele es sich nicht um eine bauliche Maßnahme, die nach einem Auszug aus der Wohnung nicht rückgängig zu machen wäre. Und im Fluchtplan des Hauses seien die Balkone ebenfalls nicht als Rettungswege ausgewiesen. Und dass der Balkon von außen ein negatives Bild abgebe, kann Erwin Hallmann ebenalls nicht gelten lassen. „Im Gegenteil, es könnte auch mancher andere Balkon mit etwas Grün schöner aussehen“, meint er. Der an Asthma leidende, in seiner Bewegungsfähigkeit eingeschränkte Senior schätzt sein Balkon-Paradies als grüne Lunge. Hier erfeut er sich an seinen Blumen und den bestens gedeihenden Küchenkräutern, hier tankt er Sauerstoff und empfindet auch in der Wohnung ein besseres Raumklima. Ganz zu schweigen von der Schatten spendenden Wirkung der Pflanzen. Obwohl er anstrebe, nach Klärung noch offener Versicherungsfragen wieder in sein Häuschen zurückzuziehen, will er der Aufforderung zum Rückbau der Oase nicht nachkommen.

Inzwischen scheint Bewegung in die Angelegenheit gekommen zu sein. Einrichtungsleiter Norman Prinz verweist auf ein Gespräch, das es am heutigen Montag mit dem Vater und dem ihn pflegenden Sohn geben soll. „Wir haben Herrn Hallmann ja schließlich bei uns aufgenommen, als er in Not war. Wir sind an einer gütlichen Einigung interessiert“, sagt Norman Prinz. Ganz von der Hand weisen könne er die Gefahr nicht, die zum Beispiel im Falle eines Sturmes vom Balkon ausgehen könne. Auch weiche die Optik des Balkons komplett von der der anderen ab. „Wir streben eine vernünftige Lösung an, bei der beide Seiten aufeinander zugehen“, sagt der Einrichtungsleiter. Bisher sei es leider nicht zu einem Gespräch gekommen, deshalb habe Herr Hallmann das Schreiben des Anwaltes auf dem Tisch. Nach einem ersten Gespräch mit dem Sohn habe sich der Sachverhalt nunmehr geändert, so Prinz zuversichtlich.