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| 02:38 Uhr

Zempern lebt in Sallgast dank der Jugend wieder

Und alle kamen im Kostüm.
Und alle kamen im Kostüm. FOTO: Torsten Pötzsch/top1
Sallgast. Ziemlich laut, bunt und auch ein wenig gruselig ging es am vergangenen Samstag auf den Straßen Sallgasts zu. Zempern war angesagt und das ist in Sallgast immer eine ziemlich großes Ding. Torsten Pötzsch/top1

Für wenige Jahre schien es fast, dass der alte sorbische Brauch ausgestorben sei, doch dann nahm sich die Jugend der Sache an und nun zieht wieder ein ziemlich große Schar durchs Dorf. Thematisierte man im letzten Jahr das Mittelalter, wurden in diesem Jahr die Monster zum Leben erweckt. In Sallgast zogen drei Generationen, insgesamt über 60 Leute, von Hof zu Hof. Eine ganz schön aufwendige Angelegenheit, denn Sallgast hat eine relativ große Ausdehnung mit über 200 Gehöften. Kein Wunder, dass man schon um 9 Uhr startete. Und die Sallgaster lieben ihr Zempern, kein Haus blieb verschlossen und nicht selten wurden sie mit viel Speis und Trank schon erwartet. Die Feuerwehrkapelle der Wehr aus Beyern spielte auf und dann wurde ein Tänzchen mit der Hausherrin gewagt. "Traditionell gibt es auch immer ein paar Eier und Speck", erklärte Felix Bannach, der Jugendklubchef. "Doch hauptsächlich sammeln wir Geld für unseren großen Schwartenabend kommenden Samstag im Schloss. Da kommen schon immer über 1000 Euro zusammen und das sehen wir als Jugend auch ein wenig als Wertschätzung für unser Engagement im Ort. Gibt es was zu tun oder zu organisieren, mischt garantiert jemand von uns mit und oft auch das ganze Team." In Sallgast gibt es einen guten Zusammenhalt und wenn das Thema "Zempern" auf dem Plan steht, kommen auch viele junge Menschen, die in Berlin, Dresden oder Leipzig studieren, gern wieder in ihre Heimat.

Tradition ist es auch, dass man um 14 Uhr auf dem Dorfplatz eine gemeinsame, große Pause einlegt und sich bei einer heißen Suppe aufwärmt und für den Rest des Tages stärkt. Die Suppe kommt immer aus der Küche von Heike Barich und in diesem Jahr hatte sie eine leckere Kartoffelsuppe angesetzt. Und da Heike Barich die Jugend kennt und mit der Zeit geht, gab es sogar eine vegetarische Variante. "Wir haben ja keinen eigenen Karneval mehr im Ort und für die Leute ist das fast schon wie ein kleiner Faschingsersatz", merkte Felix Bannach noch an. "Da ist auch noch nicht Schluss, wenn wir alle besucht haben, sondern wir feiern alle zusammen noch am Abend auf dem Dorfplatz. Und wer dann immer noch nicht genug hat und noch möchte oder kann, der kann gern im Jugendklub noch die Nacht zum Tag machen."