ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 18:31 Uhr

Zeigen, dass Finsterwalde bunt ist

Markus Melke, Paula Vogel und Alexander Piske (v.l.) vom Aktionsbündnis für Menschlichkeit und Toleranz freuen sich auf die breite Unterstützung für das "Bunte Picknick" am 12. Juli auf der Finsterwalder Schlosswiese.
Markus Melke, Paula Vogel und Alexander Piske (v.l.) vom Aktionsbündnis für Menschlichkeit und Toleranz freuen sich auf die breite Unterstützung für das "Bunte Picknick" am 12. Juli auf der Finsterwalder Schlosswiese. FOTO: Gabi Böttcher
Finsterwalde. Aktionsbündnis für Toleranz und Menschlichkeit freut sich am 12. Juli auf ein Picknick auf der Schlosswiese der Sängerstadt. Bei einem Malworkshop kann jeder mitmachen. Gabi Böttcher

Nicht gegen etwas, sondern für eine menschliche, tolerante Art des Zusammenlebens wollen Finsterwalder Farbe bekennen. Da passt das für den 12. Juli, 15 bis 18 Uhr, angekündigte "Bunte Picknick" auf der Schlosswiese der Sängerstadt. Der Sprecherrat des im Februar reaktivierten "Finsterwalder Aktionsbündnisses für Menschlichkeit und Toleranz - Demokratie stärken" bringt die Atmosphäre auf den Punkt, die in der kommenden Woche das Areal am Schloss beherrschen soll.

"Wir wollen zeigen, dass Finsterwalde bunt ist, dass hier eine Vielfalt von Vereinen und Menschen aktiv ist", sagt Alexander Piske. Der 31-Jährige ist gemeinsam mit Paula Vogel (22) und Markus Melke (28) der Sprecherrat des Bündnisses, das das Picknick vorbereitet. Als Veranstalter fungieren die Evangelische Kirchengemeinde und die Stadt Finsterwalde, in der Markus Melke seit diesem Jahr als Jugendwart für den evangelischen Kirchenkreis Niederlausitz agiert. Auslöser für die Aktivitäten, die Sängerstadt in ihrer bunten Vielfalt ins eigene und das Bewusstsein der Außenwelt zu rücken, waren Kundgebungen der AfD. Das Aktionsbündnis richte sich gegen völkisches Gedankengut jeder Art, gegen Rechtspopulismus, aber auch gegen Erscheinungen von Linksextremismus. So war es bei seiner Reaktivierung fast zehn Jahre nach einem Überfall Rechtsextremer auf eine linke Wohngemeinschaft im Februar dieses Jahres hervorgehoben worden. Das Bündnis wolle aufklären, informieren und mit Bürgern ins Gespräch kommen. "Wir müssen agieren", erinnert sich Paula Vogel an das dringende Bedürfnis des Bündnisses nach den Kundgebungen der AfD. Fast 20 Menschen waren auf Einladung von Alexander Piske und Max Siegert zum ersten Treffen des Bündnisses spontan zusammengekommen.

Susanne Kschenka vom Mobilen Beratungsteam Cottbus hatte die jungen Leute darin bestärkt zu zeigen, wofür sie stehen: Für Demokratie, für Toleranz.

Mit ihrer Initiative liefen die Akteure in der Stadt offene Türen ein. Beim Bürgermeister und der Stadtverwaltung, bei Vereinen und Unternehmern. Und so ist für den Mittwoch kommender Woche ein im wahrsten Sinne des Wortes "Buntes Picknick" auf der Schlosswiese zu erwarten. 18 Mitgestalter hatten sich bis Mitte dieser Woche gemeldet. Da reicht die Unterstützung vom Quarkkeulchenbacken über den Bastelstand bis hin zum Vorführen eines Einsatzfahrzeuges der Feuerwehr. Die Kreisverkehrswacht bringt Seh- und Reaktionsgeräte zum Einsatz. Das Duo "Katzen gegen Glatzen" lädt zum Malworkshop ein. Patrick Schülzke von der Grundschule Stadtmitte kommt mit jungen Musikern, die sich in verschiedenen Bands präsentieren werden. Dazu werden Bühne und Musikanlage benötigt. Dafür hat Mathias Dorn von der SDF Event GmbH aus Massen seine Unterstützung zugesagt.

Mit Menschen, die vor Krieg und unmenschlichen Lebensverhältnissen geflüchtet sind, kann jeder Gast an diesem Nachmittag ins Gespräch kommen. Die Flüchtlinge beteiligen sich ebenso an der Ausgestaltung des Picknicks, bieten landestypische Speisen an.

Wen immer man angesprochen habe, überall sei man auf offene Ohren und die Bereitschaft zur Mithilfe gestoßen. "Finsterwalde ist eine weltoffene, tolerante Stadt", so das Sprecher-Trio. Zum "Bunten Picknick" am 12. Juli ist jeder eingeladen, der das ebenso sieht oder ins Gespräch kommen möchte.