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KOLUMNE WORT ZUM SONNTAG
Wenn es noch nicht gut ist, ist es noch nicht das Ende

In dem schönen, herzerwärmenden Film „The Best Exotic Marigold Hotel“ findet sich das folgende noch schönere Zitat: „Am Ende wird alles gut. Und wenn es noch nicht gut ist, ist es noch nicht das Ende.“

Wenn ein Mensch stirbt, dann sieht das für uns aus wie das Ende, jedenfalls das Ende unserer Beziehung. Wir auf unserer Seite bemühen uns zwar, die Beziehung aufrechtzuerhalten, aber mit der Zeit erblaßt die Erinnerung. Es kommt ja nichts Neues mehr hinzu. Wenn es gut war, dann war es ein gutes Leben und ein guter Tod.

Manche Leben gehen aber auch so zuende, dass wir nicht sagen mögen, es war gut. Wie ein abgeschnittener Faden, ohne ein richtiges Ende, ohne einen guten Schluss, und ganz bestimmt ohne Happy End.

Da hängt noch so viel in der Luft, dass wir nicht sagen mögen: es ist gut. Und das nicht nur deshalb, weil der Verstorbene nun nicht mehr bei uns ist. Und doch ist diese Trennung nur ein Zwischenspiel und nicht das Ende: „Am Ende wird alles gut. Und wenn es noch nicht gut ist, ist es noch nicht das Ende.“

Was wir in der Welt um uns herum sehen, gerade im Moment, wo die ganze Welt wieder einmal aus Gewalttätigkeit zu bestehen scheint, das ist nur ein Zwischenspiel und nicht das Ende. Das Ende ist nicht Krieg und Mord und Totschlag, sondern Frieden, Friede mit Gott und Friede zwischen den Menschen. Der Friede, den Jesus Christus bringt. Für unsere Verstorbenen ist schon alles gut. Sie sind in Gottes gnädiger Hand. Für uns aber noch lange nicht. Wir wissen nicht, wie es weitergehen wird hier in unserem Land oder sonstwo auf der Welt. Aber wir wissen, dass es am Ende gut sein wird.

Weil nämlich Gott die Fäden in der Hand hält. Und wo er einen Faden abschneidet, da knüpft er ihn am Ende auch wieder zusammen. Und dann wird Gott wieder sagen: „Und es war sehr gut.“

(Pfarrerin Dr. Astrid Schlüter)