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| 02:41 Uhr

Wort zum Sonntag: Ein Weg zum Himmel

FOTO: LR
Ein Naturphänomen hat mich bereits als Junge immer sehr fasziniert: Ein "düsterer" Tag mit vielen Wolken, oft bedrückend für Leib und Seele. Und dann bricht durch die weiten Wolken am Himmel plötzlich ein schmaler Streifen auf, und Strahlen der Sonne kommen wie eine Rampe, wie ein Weg herunter auf die Erde.

Die Sonne selbst ist nicht zu sehen, aber dieses schmale Strahlenbündel zeigt es an: Da oben ist sie, die Sonne. Da oben ist das Licht. Es kann doch noch ein heller, ein guter Tag werden.

Später wurde solch Erlebnis für mich ein Bild für meinen Glauben. Wir sehen Gott nicht. Wir wissen nicht genau, was der Tag, das Leben bringen wird. Aber es gibt einen Weg, der vom Licht zu uns kommt und der uns zeigt: Dieser Weg führt zum Licht, zu Gott! Und das ist enorm hilfreich. Es stärkt uns in unserm Leben. Ich weiß, da ist einer, der denkt an mich, der zeigt einen Weg. Auch wenn ich ihn nicht sehe. Er ist da. Es gibt einen "Weg zum Himmel!"

Dieses Bild vom Licht zieht sich durch die ganze Bibel. Schon in den ersten Zeilen heißt es: "Und Gott sprach: Es werde Licht, und es ward Licht!" Ein Prophet des Alten Testaments spricht es aus: "Mache dich auf, werde licht; denn dein Licht kommt, und die Herrlichkeit des Herrn gehet auf über dir!" Jesus spricht: "Ich bin das Licht der Welt, wer an mich glaubt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben!" Und dann kommt der aufregende, ja revolutionierende Satz Jesu an seine Jünger: "Ihr seid das Licht der Welt." Wir sind ein Weg zu Gott?! Wir sind Licht, Gott?! Das ist doch nicht zu fassen; das ist doch fast nicht zu glauben?! Und doch. Wo wir uns so verhalten, wie dieser Jesus sich verhalten hat, da bricht ein Schein, ein helles Licht durch die Wolken des Alltags, und Gott kommt durch uns zu unserm Nächsten und zurück zu uns selbst. Wir sind der Weg zum Licht, nicht weil wir so gut sind, sondern weil Gott durch uns den Menschen zeigen will, wo es einen "Weg zum Himmel" gibt; unsern Glauben an diesen hilfreichen Gott.

Hans-Udo Vogler,

Rektor emeritus Freienhufen