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"Wollten Vortrag nicht verhindern"

Finsterwalde. Die Jusos Elbe-Elster reagieren "mit Verwunderung" auf die Aussagen von AfD-Bundestagskandidat Peter Drenske (RUNDSCHAU vom 17. August, "Volle Kraft für die Politik"). blu

Der Direktkandidat hatte in dem Portrait erklärt: "Wir wollten in Massen bei einer Veranstaltung über den Islam informieren. Die Antifa und Jusos haben versucht, das zu verhindern. Da habe ich gesagt: ,Nee, wir führen das durch!' Das hat offensichtlich im Kreisverband beeindruckt, dass ich Rückgrat gezeigt habe." Dazu Dominic Hake, stellvertretender Vorsitzender der Jusos: "Es war ein Mittwoch, der 25. Mai, an dem wir, die Jusos Elbe-Elster, uns dazu entschlossen hatten, den in der Bierbar Dix in Massen leider nicht stattgefundenen Vortrag über den Islam des AfD-Kreisverbandes zu besuchen. Vorausgegangen war ein Hilferuf der Besitzerin, die erst über das Internet erfuhr, wer sich da eigentlich bei ihr eingemietet hatte."

Der Massener SPD-Ortsverein, welcher sich für gewöhnlich bei Dix trifft, habe sich daraufhin sofort darauf verständigt, an diesem Abend vor Ort zu sein, um sich anzuhören, was der 17-jährige stellvertretende Kreisvorsitzende der AfD über den Islam zu sagen hat. Auch Mitglieder des SPD-Ortsvereins Finsterwalde und der Jusos Elbe-Elster hätten sich den Massenern angeschlossen, um sich anzuhören, "was uns die AfD zum Islam zu sagen hat", so Hake. "Mehrere Mannschaftswagen der Polizei standen zu diesem Zeitpunkt in Massen, um die Lage rund um den Vortrag zu überwachen", blickt Dominic Hake zurück. Und weiter: "Wir hatten uns bereits an einen Nachbartisch gesetzt, da am Vortragstisch kein Platz mehr war. Dort saßen etwa 20 Mitglieder der Antifa und sechs der AfD. Nach kurzer Beratung der AfD-Mitglieder und ohne den Vortrag zu beginnen, verließ der damals 17-jährige Vortragende das Lokal wieder. Peter Drenske verließ, ebenfalls unter Polizeischutz, das Lokal." Lediglich zwei AfD-Mitglieder seien geblieben, um sich mit Hake zu unterhalten. Sein Fazit an diesem Abend: "Über die Ansichten der AfD lässt sich vermutlich unterschiedlicher Meinung sein, dennoch hätten wir uns ihre Ansicht zum Islam gerne angehört."

Die Unterstellung des AfD-Bundestagskandidaten, dass die Jusos versucht hätten, die Veranstaltung zu verhindern, "tut uns deshalb sehr weh. Wir kamen, um zuzuhören, und nicht um den Vortrag zu verhindern".