Dass im Sommer die Heizung im Märchenhaus immer komplett abgestellt wird, kann die 87-jährige Mieterin nicht verstehen.

Die RUNDSCHAU erkundigte sich bei der Wohnungsgesellschaft der Stadt Finsterwalde mbH als Vermieter von Irma Reinelt und erfuhr, dass am Montag - am 4. Juli, dem Tag nach dem Wochenende mit Kälterekord für diesen Sommer - die Wiederinbetriebnahme der Heizung für das Märchenhaus bei den Stadtwerken in Auftrag gegeben wurde. "Die Heizung ist seit Mai abgestellt. Wir können sie nicht wegen einzelner Mieter den ganzen Sommer laufen lassen. Andere beschweren sich dann, dass sie diese Kosten mittragen müssen", hieß es am Montag bei der Wohnungsgesellschaft, der nichts anderes übrig bliebe als abzuwägen.

Bei der Frage, ob im Sommer zu heizen sei, orientiere man sich an der Heizkostenverordnung, wonach die Temperatur an mehreren Tagen eine gewisse Grenze unterschreiten müsse, erst dann könne der Mieter darauf bestehen, dass auch außerhalb der Heizperiode geheizt werde. Im Internet differieren die Angaben zur Heizpflicht der Vermieter von unter 18 Grad Celsius bis zu unter 16 Grad Celsius in der Wohnung. Auch die Rechtsprechung dazu ist nicht einheitlich und bezieht sich nur auf Einzelfälle.

Die Wohnungsgesellschaft Finsterwalde verweist zudem auf in den vergangenen zwei Jahren enorm gestiegene Heizkosten, unter anderem wegen der allgemeinen Preissteigerung. Heizkosten werden zu 50 Prozent auf alle Mieter umgelegt und nur zur Hälfte nach individuellem Verbrauch abgerechnet. "Wir haben in konkreten Fällen schon separate Heizquellen angeboten, deren Kosten der Mieter dann zu tragen hat", so die Wohnungsgesellschaft.