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| 01:26 Uhr

Wohnen am Finsterwalder Magnolienbaum

Magnolie blüht jetzt herrlich vor einem Schandfleck. Foto: Babbe
Magnolie blüht jetzt herrlich vor einem Schandfleck. Foto: Babbe FOTO: Babbe
Finsterwalde. Die Ecke Naundorfer/Leipziger Straße ist ein Hingucker – in zweifacher Hinsicht. Der Magnolienbaum, der seit Ostern wieder in voller Blüte steht, ist ein Prachtexemplar. Das Haus dahinter auch – allerdings als Schandfleck. Nun soll der Eingang zur Altstadt an dieser Stelle wieder zu einem ansehnlichen Blickfang werden – auch wenn die Magnolie verblüht ist. Von Dieter Babbe

„Bis in die 90er Jahre war das Haus bewohnt, dann fand sich kein Mieter mehr“, berichtet Sieghard Krusche, der Erbe von Fuhrmanns Grundstück, der in Berlin lebt. Sein Plan, die alten Mauern wegzureißen und an der Stelle einen kleinen Einkaufsmarkt zu errichten, misslang. Im vorigen Jahr verkaufte er das Grundstück an die Stadt – die will das Haus, das bereits in den Bauakten von 1880 erwähnt wird, in diesem Jahr wieder auf Vordermann bringen lassen. „Eine Machbarkeitsstudie sagt, dass die Bausubstanz noch saniert werden kann“, erläutert Uwe Brenner von der Deutschen Stadt- und Grundstücksentwicklungsgesellschaft (DSK).

Der als „Stadtsanierer“ von Finsterwalde bekannte Mann berät die Kommune wie private Bauherren bei der Rekonstruktion historischer Gebäude. Viel Geld soll in die Hand genommen werden, um im Eckgebäude an der Naundorfer Straße vier Wohnungen mit modernem Komfort zu errichten – zwei kleinere altersgerechte Zwei-Raum-Wohnungen im Erdgeschoss und zwei großzügige Familienwohnungen mit bis zu fünf Zimmern im Maisonettenstil darüber. „Dabei wird die Sanierung so teuer wie ein Neubau“, meint Brenner – und ergänzt aber: „Dennoch ist Sanieren der kostengünstigere Weg. Weil: Es öffnen sich etliche Fördertöpfe.“

Ziel der Stadt ist es, für die vier Wohnungen Eigentümer zu finden. „Bauherrengemeinschaften gibt es in anderen Städten bereits. Sie sind ein Weg, um Familien kostengünstig zur eigenen Wohnung zu verhelfen“, so Brenner. Und er rechnet für das Eckhaus in der Naundorfer Straße vor: Bei Gesamtkosten (Eigentumserwerb und Sanierung) von 155 000 Euro für eine große Wohnung ergibt sich eine monatliche Tilgungsrate von etwa 465 Euro. Lediglich 284 Euro sind monatlich für eine Zwei-Raum-Wohnung zu bezahlen, bei Gesamtkosten von knapp über 96000 Euro. „Damit liegt die finanzielle Belastung für die Eigentumswohnung deutlich unter dem Niveau einer Miete“, erklärt Brenner. Die Frage ist jetzt, ob sich Interessenten finden, die sich fürs Wohnen in der Innenstadt und neben der Magnolie entscheiden. Fürs Stadtbild wär's jedenfalls an der Stelle ein Gewinn.