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Wo der Dingo flott gemacht wird

Denny Wagner aus Falkenberg ist seit 2015 im HIL-Werk beschäftigt. Am Dingo 2 erzählt er Dietmar Woidke auch, dass er selbst als Soldat zweimal in Afghanistan im Einsatz war.
Denny Wagner aus Falkenberg ist seit 2015 im HIL-Werk beschäftigt. Am Dingo 2 erzählt er Dietmar Woidke auch, dass er selbst als Soldat zweimal in Afghanistan im Einsatz war. FOTO: Heike Lehmann
Doberlug-Kirchhain. Ministerpräsident Dietmar Woidke hat gestern in der HIL GmbH Doberlug-Kirchhain zufrieden zur Kenntnis genommen, dass die Zukunft des Standorts auf 20 Jahre gesichert werden soll. Heike Lehmann

Es ist wohl die wichtigste Botschaft am gestrigen Nachmittag. Die bundeseigene Heeresinstandsetzungslogistik GmbH, kurz HIL, soll privatisiert werden, aber der Bund will Leistungsverträge mit privaten Anbietern über eine Laufzeit von 20 Jahren abschließen. Bundesweit betrifft das etwa 1800 Mitarbeiter in drei Werken und fünf Niederlassungen. Aufatmen auch im Werk Doberlug-Kirchhain und bei dessen 250 Mitarbeitern. Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) nimmt diese Botschaft bei einem Arbeitsbesuch erleichtert zur Kenntnis. Er sagt aber: "Ich bin fest überzeugt, dass das hier ein ganz wichtiger Standort ist. Es wird sehr geschätzt, was hier geleistet wird. Wir werden ganz genau beobachten, dass diese Zusage eingehalten wird."

Im vorigen Jahr, als die Privatisierungspläne die Runde machten, es aber an detaillierten Informationen mangelte, wurde die Belegschaft unruhig. Das bestätigt gestern auch Betriebsrätin Gaby Albrecht. Über SPD-Abgeordnete suchte man nach Unterstützung. Und Bürgermeister Bodo Broszinski (FDP) wandte sich mit einem Brief an Ministerpräsident Woidke. "Für die Stadt ist das Werk einer der wichtigsten Arbeitgeber und Steuerzahler sowie für die Region eine wichtige Ausbildungsstätte", begründet das Stadtoberhaupt. HIL-Geschäftsführer Gerd Kaptein aus Bonn spricht zur Belegschaft. Er informiert: "Noch vor der Sommerpause wird ein EU-weites Vergabeverfahren starten, in drei Losen für die drei Werke."

Dass sich das Werk in Doberlug-Kirchhain eine sichere Zukunft verdient hat, wird anschließend bei einem Rundgang deutlich. Werkleiter Peter Beuckmann schlägt einen Bogen zur Geschichte - seit mehr als 50 Jahren werden an diesem Standort militärische Geräte, Fahrzeuge und Systeme instand gesetzt - über die letzten zehn Jahre bis heute. Aus drei Betriebsteilen wurde einer gemacht, damit die Panzer nicht mehr durch die Stadt rollen müssen. Neue Hallen wuchsen empor, andere sind saniert, modernisiert und energetisch sowie technisch ertüchtigt worden. Eine moderne Probefahrstrecke ist das Schmuckstück auf dem Werksgelände an der Schönborner Straße. Ihre Leistungsfähigkeit haben die Doberlug-Kirchhainer insbesondere 2014 bis 2016 bei der zusätzlichen Instandsetzung von Fahrzeugen aus Afghanistan bewiesen. 10 Yak, 23 Eagle IV und 40 Dingo 2 haben sie wieder flott gemacht.

Letzte Aktion beim Besuch des Ministerpräsidenten ist ein Gruppenfoto mit allen Mitarbeitern. Dietmar Woidke reiht sich ein, der Apparat klickt. Im Kasten! Der Arbeitsbesuch ist beendet.