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| 18:27 Uhr

Reichlich Ausbildungsplätze für junge Leute
Elbe-Elster-Arbeitgeber offensiver im Auftritt

Viel gefragt waren auch Ausbildungen im öffentlichen Dienst wie in der Kreisverwaltung, der Kreisstraßenmeisterei, im Elbe-Elster-Klinikum und auch bei der Senioren GmbH Albert Schweitzer.
Viel gefragt waren auch Ausbildungen im öffentlichen Dienst wie in der Kreisverwaltung, der Kreisstraßenmeisterei, im Elbe-Elster-Klinikum und auch bei der Senioren GmbH Albert Schweitzer. FOTO: Holger Fränkel
Doberlug-Kirchhain. Tag der Ausbildung in Doberlug-Kirchhain bringt Unternehmen und potenzielle künftige Mitarbeiter zusammen. Von Ivonne Kommolk

Es ist geschafft – die größte Ausbildungs- und Berufsmesse des Landkreises Elbe-Elster ist zum 21. Mal über die Bühne gegangen. Der Tag der Ausbildung und Beschäftigung 2018 am Samstag ist sowohl von Besuchern, als auch von Ausstellern als ausgesprochen erfolgreich gelobt worden. Der Geschäftsführer der Regionalen Wirtschaftsförderungsgesellschaft Elbe-Elster mbH, Jens Zwanzig, zeigt sich glücklich über den Verlauf: „Wir können sehr zufrieden sein mit dem großen Zuspruch. Halle und Freiflächen sind komplett genutzt. Viele Eltern sind mit ihren Kindern gekommen, um sich über die verschiedenen Ausbildungs- und Studienmöglichkeiten zu informieren. Dabei ist ein Wandel gegenüber den letzten Jahren zu bemerken. Die Jugendlichen sind sehr interessiert, kennen viele Berufe nicht, sprechen zum Teil sehr selbstständig mit den Vertretern der Ausbildungsbetriebe.“

Aber auch seitens der zukünftigen Arbeitgeber sei eine deutlich größere Offensive erkennbar. Viele Unternehmen haben einen oder mehrere ihrer Auszubildenden an diesem Tag mitgebracht.

Weit über 90 Arbeitgeber und Ausbilder aus den unterschiedlichsten Branchen stellten sich in Doberlug-Kirchhain vor. Besonders stark vertreten waren die Pflegeberufe und das Handwerk. Hier gehen die Ausbildungszahlen in den letzten Jahren immer weiter zurück. Handwerker der Region haben große Sorge, ihre Unternehmen weiterführen zu können, wenn sich keine Nachfolge findet. Die Niederlausitzer Kreishandwerkerschaft sieht sich da in einer besonderen Rolle. „Wir haben nicht nur die hoheitliche Aufgabe, die Prüfungen der Auszubildenden abzunehmen. Mindestens genauso wichtig sind wir inzwischen als Bindeglied zwischen den Handwerksleuten, Schulen, Sozialarbeitern und Jugendlichen. Wir versuchen, passend zu den Möglichkeiten des Jugendlichen die richtige Ausbildung zu finden – von niedrigschwellig bis zum Abitur“, sagt die Geschäftsführerin Ellen Lösche.

Am meisten gesucht werden aktuell Auszubildende für die Bereiche Elektro, Metall sowie Anlagenmechaniker im Sanitär- und Heizungsbau. Die Niederlausitzer Kreishandwerkerschaft startet im nächsten Jahr die Kindergarten-Aktion „Modernes Handwerk“, in der bereits Kindergartenkinder möglichst viel über die verschiedensten Handwerksberufe erfahren sollen.

Besonders großen Zulauf hatten am Samstag die Stände von Polizei und Bundeswehr. Die Vielfältigkeit in der Ausbildung und den Studienrichtungen, aber auch die hohen finanziellen Anreize, die bereits während der Ausbildung garantiert werden können, sind Gründe dafür. Auch Kenneth Mohr war am Stand der Bundeswehr auf Informationssuche: „Ich interessiere mich nicht so sehr für handwerkliche Berufe. Informatik und Mikrotechnologie sind eher mein Ding. Und da findet man ja hier auch einige Unternehmen.“ Der jetzige Neuntklässler aus Doberlug-Kirchhain war mit seinem Vater auf der Messe, um sich über Anforderungen in seinem Wunschberuf zu informieren.

Ob Feuer, Wasser, Videoüberwachung oder Einbruch, gefragt waren auch Techniken und Berufe für Sicherheitsanlagen, wie hier bei der Firma für Sicherheitstechnik von Peter Schraplau aus Bad Liebenwerda.
Ob Feuer, Wasser, Videoüberwachung oder Einbruch, gefragt waren auch Techniken und Berufe für Sicherheitsanlagen, wie hier bei der Firma für Sicherheitstechnik von Peter Schraplau aus Bad Liebenwerda. FOTO: Holger Fränkel

Überhaupt dürfte den Jugendlichen wohl klar geworden sein, wie wichtig sie für die Unternehmen und die Zukunft der Region sind. Die Gesprächsbereitschaft der Aussteller war ausgezeichnet. Auch unter den ausstellenden Unternehmen ist ein „Netzwerken“ erkennbar, das inzwischen unverzichtbar geworden ist, sitzen doch, was ihre Unternehmenszukunft betrifft, alle im selben Boot.

Jens Jäger, Ausbildungsleiter der uesa GmbH sagt: „Unternehmen müssen ausbilden, anders geht es einfach nicht, wenn wir unsere Unternehmen erhalten wollen. Wir haben damit glücklicherweise keine Sorgen, haben an die 30 Auszubildende. Und es ist so, wie Bäckermeister Uwe Gäbler bei der Verleihung des Ausbildungsstars schon gesagt hat: „Wenn wir anständige Bedingungen schaffen und mit den Jugendlichen vernünftig umgehen, dann ist das auch kein Problem.“ Unverzichtbar seien dabei die „alten Hasen“ in der Firma, von denen die jungen Leute sehr viel über qualitativ hochwertige Arbeit lernen können. Aufgeschlossen ist die uesa auch gegenüber der Ausbildung von Migranten, sehr gute Ergebnisse sind hierbei vorzuweisen.

Die Uesa GmbH wird im nächsten Jahr – am 7. September – mit den Städten Falkenberg und Mühlberg Gastgeber der 22. Ausbildungsmesse sein.