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| 13:31 Uhr

Rückenwind für Zukunftsinitiativen in der Lausitz
Neulandgewinner in Finsterwalde und Klein Priebus

 Die Neulandgewinnerinnen des Projektteams „Hüben wie drüben?!“, Stephanie Auras-Lehmann (re) vom Verein Comeback Elbe-Elster und Karin Gottfried (li) vom Rückkehrerprojekt „Heimvorteil Hochsauerlandkreis", fuhren passend zu ihrem Gemeinschaftsprojekt mit einem Tandem auf der Grünen Woche vor.  Foto: Jörg Gläscher, Robert Bosch Stiftung..
Die Neulandgewinnerinnen des Projektteams „Hüben wie drüben?!“, Stephanie Auras-Lehmann (re) vom Verein Comeback Elbe-Elster und Karin Gottfried (li) vom Rückkehrerprojekt „Heimvorteil Hochsauerlandkreis", fuhren passend zu ihrem Gemeinschaftsprojekt mit einem Tandem auf der Grünen Woche vor. Foto: Jörg Gläscher, Robert Bosch Stiftung.. FOTO: Jörg Gläscher/Robert-Bosch-Stift / Jörg Gläscher
finsterwalde. Auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin haben auch zivilgesellschaftliche Initiativen abgeräumt. Zwei von 20 Preisträgern des Förderprogramms „Neulandgewinner. Zukunft erfinden vor Ort“ kommen aus der Lausitz. Darunter ein Ost-West-Tandem für Rückkehrer. Von Beate Möschl

Jetzt ist es amtlich: Die Rückkehrerinitiativen „Comeback Elbe-Elster“ aus Finsterwalde und die „Raumpionierstation Oberlausitz“ aus Klein Priebus in der Gemeinde Krauschwitz (Landkreis Görlitz) bekommen frischen Rückenwind für ihre Engagement. Sie gehören zu den in dieser Woche auf der Internationalen Grünen Woche ausgezeichneten Initiativen, die über das Programm „Neulandgewinner. Zukunft vor Ort erfinden“ der Robert-Bosch-Stiftung gefördert werden. Die Stiftung präsentierte ihr Förderprogramm erstmals auf einem eigenen Messestand.

Stephanie Auras-Lehman, Projektleiterin der Rückkehrerinitiativen „Hüben wir drüben?!“ - ein Tandem-Projekt mit dem Rückkehrerprojekt „Heimvorteil Hochsauerlandkreis“ (Nordrhein-Westfalen) - ist auch am Donnerstag immer noch aufgeregt und begeistert von dem Rahmen der Auszeichnung und der Unterstützung. „Wir waren schon am Dienstag nach Berlin eingeladen beim Bundespräsidenten Frank Walter Steinmeier. Er kannte Finsterwalde und unsere Rückkehrerinitiative ‚Comeback Elbe-Elster’, mit der alles angefangen hat. Das war sensationell“, schildert sie. Auf der Grünen Woche habe sie gemeinsam mit Katrin Gottfried, ihrer Tandem-Partnerin im gemeinsamen, neuen Rückkehrerprojekt „Hüben wie drüben?!“, die Gelegenheit genutzt und Besucher der Grünen Woche befragt, was für sie Heimat ist. „Da waren jede Menge Rückkehrer und Zuzügler dabei, das ist ein Erlebnis“, sagt Stephanie Auras-Lehmann, die selbst Rückkehrerin ist.

Auch das ehrenamtliche Projekt „Raumpioniere Oberlausitz“ von Jan Hufenbach und Arielle Kohlschmidt aus Klein Priebus hat es in die vierte Förderperiode geschafft. Die Raumpioniere waren ebenso wie Comeback Elbe-Elster schon in der dritten Förderperiode dabei. Nun wollen sie alle einen Schritt weiter gehen, neue Erfahrungen dazu holen und Anstöße geben für die Kommunalpolitik.

 Beim Besuch der Neulandgewinner    im Schloß Bellevue in Berlin ist  Stephanie Auras-Lehmann (2.v.li)  mit Bundespräsident Frank Walter Steinmeier ins Gespräch gekommen. Foto: Jörg Gläscher/Robert-Bosch-Stiftung
Beim Besuch der Neulandgewinner im Schloß Bellevue in Berlin ist Stephanie Auras-Lehmann (2.v.li) mit Bundespräsident Frank Walter Steinmeier ins Gespräch gekommen. Foto: Jörg Gläscher/Robert-Bosch-Stiftung FOTO: Jörg Gläscher/Robert-Bosch-Sti / Joerg_Glaescher

Die Initiative „Hüben wie drüben?!“ will die Erfahrungen von Projekten auch aus Westdeutschland zum gegenseitigen Nutzen für den ländlichen Raum austauschen. Dazu hat Stephanie Auras-Lehmann ein Tandem „gebaut“ mit dem Projekt „Heimvorteil Hochsauerlandkreis“ in Nordrhein-Westfalen. „Es gibt gegenseitige Besuche, Hospitationen, alles wird wissenschaftlich begleitet“, schildert sie.

Das ehrenamtliche Projekt „Raumpioniere Oberlausitz“ lädt Menschen insbesondere aus Dresden und Berlin ein, sich live und in Farbe das Leben im satten Grün anzusehen, um auf den Geschmack des Landes zu kommen. In der aktuellen Förderperiode wollen Jan Hufenbach und Arielle Kohlschmidt mit all ihrem Know-how, ihren Netzwerken und Kontakten in die Kommunen der Lausitz reisen, um die Stadt-Verantwortlichen vor Ort für Projekte zu begeistern, die ihre Dörfer attraktiver machen.

Insgesamt sind 20 Projekte in Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen von der Robert-Bosch-Stiftung GmbH in die bereits vierte Runde ihres Förderprogramms „Neulandgewinner. Zukunft erfinden vor Ort“ aufgenommen worden. Die Neulandgewinner erhalten in den kommenden zwei Jahren individuelle Schulungen, werden von Mentoren begleitet und mit insgesamt bis zu einer Million Euro finanziell unterstützt.

Durchgeführt wird das Programm vom Thünen-Institut für Regionalentwicklung eG in Berlin. Entwickelt wurde es bereits im Jahr 2012 als Reaktion auf die sozialen, wirtschaftlichen und demografischen Veränderungen, die besonders im Osten Deutschlands Leerstellen hinterlassen haben. Schulen, Kindergärten und Theater wurden geschlossen, das Bus- und Bahnnetz ausgedünnt, Vereine aus Mangel an Mitgliedern aufgelöst.